Bildung und Forschung
Der Bund hat beschlossen, die Ausbildungsförderung während des Studiums ab dem 1.4.2001 zu reformieren (BAföG), sowie die Bildung und Ausbildung bei der Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechniken massiv zu fördern.
Die BAföG-Reform zeichnet sich durch folgende Kernpunkte aus:
- Der Förderungshöchstsatz für Studierende steigt von 1.030 Mark auf 1.105 Mark. Alle Sätze werden um 7,3 % angehoben.
- Kindergeld wird bei der Berechnung des Anspruchs nicht mehr auf das Einkommen angerechnet.
- Die Höchstsatzfreibeträge des Elterneinkommens werden deutlich von 2.900 Mark auf 3.900 Mark angehoben. Kinder, deren Eltern also 3.900 Mark im Monat verdienen, bekommen künftig den Höchstsatz.
- Die Gesamtdarlehensbelastung für Studierende wird auf 20.000 Mark gesenkt.
- Die Förderleistungen in den neuen und den alten Bundesländern werden vollständig vereinheitlicht.
- Es gibt eine verlässliche und dauerhafte Studienabschlussförderung. D.h, unabhängig von den Gründen, die zur Überschreitung der Förderungshöchstdauer geführt haben, wird die Hilfe zum Studienabschluss in Form eines Bankdarlehens gegeben. Und zwar denjenigen, die innerhalb von 4 Semestern nach Überschreitung der Förderungshöchstdauer zur Prüfung zugelassen werden.
- Für Studierende mit Kindern wird der Betreuungsaufwand für Kinder bei der Förderung bis zum 10. statt wie bisher bis zum 5. Lebensjahr des Kindes berücksichtigt.
- Studierende erhalten bis zum Studienabschluss EU-weit Ausbildungsförderung. Nach zwei Semestern in Deutschland wird das Studium innerhalb der EU bis zum Abschluss zu Inlandssätzen gefördert.
- Die Interdisziplinarität von Studiengängen wird in Zukunft gefördert. Masterstudiengänge, die auf dem Bachelor aufbauen, werden dann gefördert, wenn sie eine interdisziplinäre Ergänzung darstellen, die für den Beruf besonders dienlich sind.
Unter dem Motto "Internet für alle" wird die Bundesregierung gemeinsam mit Wirtschaft und Ländern für die Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechniken für Aus- und Weiterbildung sorgen.
Die Kapazitäten in der IT-Ausbildung werden bis 2003 auf 60.000 Plätze ausgeweitet, wobei Frauen besonders berücksicht werden. Die Zahl der Informatikstudienplätze wird schnellstmöglich verdoppelt. Anforderungen und Abschlüsse in der IT-Weiterbildung werden praxisnäher ausgerichtet und vereinheitlicht.