Die französische Justiz hat die Strafen gegen ein Ehepaar bestätigt, das in seinem Haus 339 Hunde völlig verwahrlosen ließ. Die als Besitzerin der Tiere betrachtete Rentnerin erhielt vom Berufungsgericht Nancy vier Monate Haft auf Bewährung wegen Tierquälerei. Ihr Mann wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, auch diese Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. "Meine Mandantin erträgt die Verurteilung nicht", sagte Anwalt François Robinet der AFP. Sie werde wegen Misshandlung bestraft, obwohl sie doch "ungezügelte Liebe" zu den Tieren empfunden habe.
Er schloss einen Gang bis zum Kassationshof, Frankreichs höchstem Strafgericht, nicht aus. Die Hunde, vorwiegend kleine Rassen wie Spitze, Yorkshire-Terrier und Chihuahuas, waren im Obergeschoss und im Speicher untergebracht. Nachbarn hatten sich über den anhaltenden Gestank beschwert. In dem Haus in Marbache bei Nancy fanden die Beamten unvorstellbare Zustände vor: Die Hunde waren eingepfercht und vermehrten sich ungehindert. Sie waren gut genährt, kamen jedoch nie an die Luft und hausten unter verheerenden hygienischen Umständen in ihren Exkrementen. Viele von ihnen hatten Augenentzündungen und andere Krankheiten. Im September 2005 wurden sie in einer zweitägigen Aktion in Tierheime gebracht.
Die Halter müssen auch 4000 Euro an Bußgeldern an drei Tierschutzvereinigungen zahlen, darunter die Stiftung Brigitte Bardot. Die Tierschützer traten vor Gericht als Zivilkläger auf. Den Ermittlungen zufolge hatten die Besitzer vor acht Jahren etwa ein halbes Dutzend Hunde gekauft. Die Tiere bekamen im Laufe der Jahre immer mehr Nachwuchs. Das Paar selbst hatte mit der Mutter des Mannes im Erdgeschoss gelebt.
8. Juni 2007 - 11.45 Uhr
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