Bewährungsstrafen im Prozess um Fußballer-Führerscheine
AFP VOM 22.1.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 861 Aufrufe Mehr zum Thema:Fussballprofis, Führerschein, TÜV
Fahrlehrer und Ex-TÜV-Mitarbeiter legen Teilgeständnis ab
Im Prozess um die dubiose Führerscheinvergabe an ausländische Fußballprofis hat das Landgericht Göttingen am Donnerstag Bewährungsstrafen verhängt. Die Richter verurteilten einen Fahrlehrer aus dem Kreis Northeim zu zwei Jahren und einen mitangeklagten Ex-TÜV-Regionalleiter zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung, wie eine Sprecherin sagte. Zuvor hatten die beiden Männer nach einem "Deal" aller Verfahrensbeteiligten einen Teil der angeklagten Bestechungsfälle gestanden - unter anderem ging es dabei um die Führerscheine von Diego und Roque Junior.
Laut Anklage hatte der 56-jährige Fahrlehrer dem inzwischen entlassenen 42 Jahre alten TÜV-Mitarbeiter pro falsche Prüfungsbescheinigung 500 Euro gezahlt. Fünf solcher Fälle räumten die beiden Männer ein. Der Fahrlehrer gestand zudem, knapp ein dutzend Mal Unterschriften für Prüfungsunterlagen gefälscht zu haben. Demnach handelte er aus Leidenschaft für den Fußball und war stolz auf den Kontakt zu den Spielern. Beide Männer haben dem rechtskräftigen Urteil zufolge eine dreijährige Bewährungszeit und müssen zudem jeweils 10.000 Euro zahlen - bei dem 42-Jährigen die 2500 Euro Bestechungsgeld inbegriffen.
Zahlreiche Bundesliga-Profis vor allem aus Südamerika hatten ihre deutschen Führerscheine in der Fahrschule im Kreis Northeim gemacht, allerdings laut Anklage mehrere von ihnen ohne ordnungsgemäße oder ganz ohne Fahrprüfung. Dass nicht alles mit rechten Dingen zuging, durchschauten sie dabei offenbar nicht, wie die Gerichtssprecherin sagte. Die Spieler, die bereits Führerscheine aus ihren Heimatländern hatten, seien mit den hiesigen Verhältnissen schließlich nicht vertraut. Ob sie nun noch einmal zur Führerscheinprüfung antreten müssten, ist demnach Sache der zuständigen Verwaltungsbehörden.
22. Januar 2009 - 17.59 Uhr
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