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Bewährungsstrafen für Soldaten wegen menschlichen Schutzschilds

Bewährungsstrafen für Soldaten wegen menschlichen Schutzschilds

AFP VOM 21.11.2010 | Nachrichten - Allgemein | 909 Aufrufe
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Soldaten, Schutzschild

Hilfsorganisation kritisiert Urteil gegen Israelis als zu milde

Ein israelisches Militärgericht hat zwei Soldaten zu Bewährungsstrafen verurteilt, die während der Gaza-Offensive ein palästinensisches Kind als menschliches Schutzschild missbraucht hatten. Wie eine Korrespondentin des israelischen Armee-Rundfunks berichtete, wurden die beiden Männer am Sonntag zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem seien die Hauptfeldwebel einen militärischen Rang zurückgestuft worden.

Das Gericht hatte die beiden Soldaten Anfang Oktober schuldig gesprochen, im Januar 2009 einen damals neunjährigen Jungen gezwungen zu haben, die Taschen gefangener Palästinenser auf gefährliche Inhalte zu durchsuchen. Das Oberste Gericht Israels hatte ein solches Vorgehen zuvor ausdrücklich verboten.

Die Nichtregierungsorganisation Rechte des Kindes-International (DEI) kritisierte das Urteil scharf. "Glauben die israelischen Behörden, dass eine Bestrafung mit drei Monaten auf Bewährung eine angemessene Strafe für zwei schwer bewaffnete Soldaten ist, die ein neunjähriges Kind als menschliches Schutzschild missbraucht haben?", erklärte DEI-Vertreter Gerard Horton. Er bezeichnete das Urteil als "unglaublich".

Der Junge hatte gegenüber DEI den Vorfall unter Eid protokolliert. Er habe Todesängste gelitten, erklärte Madschd R. "Ich habe geglaubt, sie töten mich. Ich hatte solche Angst, dass ich mir in die Hosen gemacht habe."

Bei dem international scharf kritisierten Vorgehen der israelischen Armee gegen militante Palästinensergruppen im Gazastreifen waren zwischen Dezember 2008 und Januar 2009 rund 1400 Palästinenser getötet worden. Auf israelischer Seite starben 13 Menschen.

21.11.2010 - 16:01 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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