Betriebskostenabrechnungen müssen für den Mieter nachvollziehbar sein

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Ende des Jahres gehen den meisten Mietern Betriebskostenabrechnungen ihres Vermieters zu. Auf den ersten Blick sind solche Abrechnungen für Laien kaum verständlich. Wenn auch bei längerem Hinsehen der konzentrierte Versuch, die Abrechnung nachzuvollziehen, erfolglos bleibt, spricht einiges dafür dass die Abrechnung möglicherweise nicht nachvollziehbar ist.

Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit von Betriebskostenabrechnungen

Für die Beurteilung der – rechnerischen – Nachvollziehbarkeit einer Betriebskostenabrechnung ist die Sicht eines durchschnittlich gebildeten, juristisch und betriebswirtschaftlich nicht geschulten Mieters maßgeblich. Diese Art Mieter ist eine Kunstfigur, die der Bundesgerichtshof geschaffen hat. In der Praxis verstehen durchschnittlich gebildete Mieter die Betriebskostenabrechnung regelmäßig nicht. Das hilft ihnen aber nichts, da der Bundesgerichtshof der Meinung ist, dass durchschnittliche Mieter die Betriebskostenabrechnungen verstehen würden. 

Alexander Bredereck
seit 2009 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
10405 Berlin

Das Berufen auf mangelnde Nachvollziehbarkeit ist in der Praxis daher selten erfolgreich

Das bedeutet im Ergebnis, dass auch nicht nachvollziehbare Betriebskostenabrechnungen in der Praxis von den Gerichten in der Regel als nachvollziehbar eingestuft werden. Man kann sich auf dieses Argument also in der Regel kaum berufen.

Vorgehen der Prüfung

Auf das Argument der mangelnden Nachvollziehbarkeit kann man sich also nicht verlassen. Es muss daher immer zunächst die formelle Ordnungsmäßigkeit und anschließend die inhaltliche Richtigkeit der Betriebskostenabrechnung geprüft werden.

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Alexander Bredereck, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
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