Betäubungsmittel im Straßenverkehr – die Wirkstoffgrenzen der verschiedenen Drogen

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Sie haben im Straßenverkehr ein Fahrzeug geführt und es sind Wirkstoffe von Drogen (beispielsweise nach Konsum von Marihuana, Haschisch, Cannabis, Kokain, Heroin, Amphetamin, Ecstasy) in Ihrem Blut nachgewiesen worden? Nun sind Sie mit einem Bußgeldverfahren wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit nach § 24a StVG oder einem Ermittlungsverfahren wegen der Trunkenheit im Straßenverkehr konfrontiert.

Strafverteidiger Kämpf aus München informiert über etwaige Wirkstoffgrenzen der unterschiedlichen Betäubungsmittel.

Martin Kämpf
seit 2006 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
Pettenkoferstraße 10a
80336 München
Tel: 089/22843355
Web: www.kanzlei-kaempf.net
E-Mail:
Ordnungswidrigkeiten, Verkehrsstrafrecht, Betäubungsmittelrecht, Verkehrsrecht

Gibt es auch bei Betäubungsmitteln Grenzwerte wie bei der Trunkenheit im Straßenverkehr mit Alkohol?

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Grenzwerte bzw. Mindestwirkstoffnachweise, nach denen sich die relative und die absolute Fahruntüchtigkeit richten, sind für Betäubungsmittel nicht existent. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ( BVerfG 21.12.2004 - 1 BvR 2652/03 ) kann allerdings erst ab einem bestimmten Wirkstoffnachweis von einer für die Verkehrsordnungswidrigkeit relevanten Wirkung des Betäubungsmittels ausgegangen werden. Das Bundesverfassungsgerichtsurteil bestimmte die relevante Wirkstoffmenge für THC auf 1,0 ng/ml. Diese Wirkstoffmenge von THC empfahl die sogenannte Grenzwertkommision.

Die Grenzwertkommision legte für die einzelnen Betäubungsmittel folgende Wirkstoffmengen fest: THC 1 ng/m, Morphin/Heroin10 ng/ml, Benzoylecgonin 75 ng/ml, MDMA 25 ng/ml, MDE oder MDA 25 ng/ml, Amphetamin25 ng/ml.

Exkurs: Das Abbauprodukt von Kokain ist Benzoylecgonin. MDMA, MDE und MDA sind als Amphetaminderivate in Ecstasy enthalten.

Die Verkehrsordnungswidrigkeit nach § 24a StVG ist erst ab diesen Wirkstoffmengen gegeben.

Allerdings sind diese Wirkstoffgrenzen bei der Beurteilung, ob eine Trunkenheit im Straßenverkehr vorliegt, bei festgestelltem Fahrfehler oder drogentypischer Ausfallerscheinung nicht zwingend relevant.

Strafverteidiger-Tipp: Als Beschuldigter in einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren empfehle ich Ihnen dringend, keine Angaben zur Sache (Fahrtdauer, Fahrtstrecke, Konsum, Konsumgewohnheiten u.a.) zu machen. Außerdem sollten Sie auch keinen Drogenschnelltest (Urintest) und/oder sogenannten Koordinationstest mitmachen. Hierzu sind Sie auch nicht verpflichtet, Sie müssen sich nicht selbst belasten!

Rechtsanwalt & Strafverteidiger Martin Kämpf
Pettenkoferstraße 10a
80336 München

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

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Leserkommentare
von talkingkraut am 25.10.2010 19:05:10# 1
Wenn man schon so blöd wie ich ist, in einer Beschuldigtenvernehmung einen täglichen Konsum einzuräumen, jedoch das bei mir in der Wohnung aufgefundene, hinter einem Fenster wachsende Marihuana aufgrund atypischen Anbaus nur einen äußerst geringen Wirkstoffgehalt hatte, kann man sich dann darauf hinausreden, dass der tägliche Konsum zumeist weit unterhalb der von der Rechtssprechung angenommenen Konsummenge für einen Konsumakt von 15mg THC lag. Etwa bei 0,5mg. Das wäre doch dann ein Konsum, der nicht als erheblich anzusehen ist. Zeitliche Trennung von Fahren und Konsum lag vor. Es geht nur darum einen solchen Konsumakt als nicht erheblich hinzustellen, damit nicht von regelmäßigem Konsum ausgegangen werden kann.
    
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