Besonders schwerer Diebstahl

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Voraussetzung und Strafen

Beim Diebstahl in einem besonders schweren Fall § 243 Abs. 1 S. 1 StGB handelt es sich nicht um einen qualifizierten Tatbestand, sondern um eine Strafzumessungsregel.

Die Verwirklichung eines Regelbeispiels gemäß § 243 Abs. 1 S. 2 StGB führt zur widerlegbaren Vermutung, dass ein besonders schwerer Fall des Diebstahls vorliegt. Diese Indizwirkung kann aber durch besondere strafmildernde Umstände entkräftet werden. Es kommt dann nicht zur Anwendung des erhöhten Strafrahmens. In § 243 Abs. 2 StGB ist eine gesetzliche Ausnahmeregelung für geringwertiges Diebesgut enthalten. Ein Gegenstand ist geringwertig, wenn sein Verkehrswert EUR 25,- nicht übersteigt. Auf der anderen Seite kann sich das erhöhte Maß an Unrecht und Schuld auch ohne Erfüllung eines Regelbeispiels aufgrund einer umfassenden Gesamtabwägung ergeben, beispielsweise beim Diebstahl von Sachen mit hohem Wert. Beim Diebstahlsversuch ist es für die Annahme eines besonders schweren Falles nicht erforderlich, dass das Regelbeispiel vollständig verwirklicht worden ist. Umgekehrt führt ein vollendeter Diebstahl mit teilverwirklichtem Regelbeispiel allerdings nicht zur Anwendung des erhöhten Strafrahmens.

Volker Dembski
seit 2010 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
80335 München
Verkehrsstrafrecht, Jugendstrafrecht, Steuerstrafrecht, Betäubungsmittelrecht

Ein Kraftfahrzeug stellt einen umschlossenen Raum im Sinne der Vorschrift dar. Ein Einbrechen kann anders als beim Einsteigen oder Eindringen auch dann vorliegen, wenn der Täter den Raum nicht betritt. Ein Schlüssel ist falsch, wenn er vom Berechtigten überhaupt nicht, nicht mehr oder noch nicht als Zubehör zum Schloss angesehen wird. Eine beim Verlassen des Kaufhauses den Alarm auslösende Diebstahlssicherung stellt keine straferhöhende Schutzvorrichtung dar. Der Kofferraum eines Kraftfahrzeuges ist dagegen ein geeignetes Behältnis zur Sicherung gegen Wegnahme. Für die Erfüllung des Regelbeispiels reicht es aus, wenn der Täter die gesicherte Sache inklusive Schutzvorrichtung oder Behältnis wegnimmt. Auf eine Überwindung der Sicherung kommt es nicht an. Gewerbsmäßigkeit ist gegeben, wenn der Täter in der Absicht handelt, für sich aus wiederholten Diebstählen eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle von einiger Erheblichkeit zu verschaffen. Es ist nicht erforderlich, dass es sich um die Haupteinnahmequelle des Täters handelt. Das Regelbeispiel ist bereits bei der ersten Tathandlung mit Wiederholungsabsicht verwirklicht.

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