>Berichterstattung aus dem Iran
quote:
Es geht mir um die massiv unausgewogene Berichterstattung unseres Staatsfernsehens.
Mir gefällt schon das Wort "Staatsfernsehen" nicht. Zwar sind die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten streng genommen tatsächlich "staatlich", aber die Wortwahl impliziert, dass der "Staat" (wer eigentlich ? Regierung?) einen Einfluss darauf nimmt, was gesagt und gesendet wird. Damit wirft man ausgerechnet unserem Land etwas vor, was man umgekehrt in tatsächlichen autoritären Staaten (z.B. Iran) gerne verharmost. Und genau das kann man nicht machen. Man kann nicht auf der einen Seite sagen, im Iran ist alles nicht so schlimm und die dortige Zensur und staatliche Kontrolle herunterspielen, aber umgekehrt gleichzeitig bzgl. unserem Land irgendeine Autorität unterstellt, die wirklich absurd ist.
Nehmen wir mal an, in Deutschland gibt es staatlichen Einfluss auf das Fernsehen. Auf einer Tabelle von 0-10 : Wie hoch schätzt du den staatlichen Einfluss bei uns ein, und wie hoch schätzt Du den staatlichen Einfluss im Iran ein ? Bei uns liegt der Einfluss vielleicht bei 2 (da die Politik z.B. bei der Wahl der Intendanten mitmischt). Im Iran liegt er aber sicherlich bei 9,8.
Journalisten bei uns (egal ob öffentlich-rechtlich oder privat) sagen und senden das, wovon sie meinen, dass es den Zuschauer oder Leser zum Einschalten oder zum Zeitungkaufen anregt. Zum anderen sagen sie auch das, was sie glauben. Wenn also die Medien Deiner Ansicht nach zu "Israel-freundlich" sind, dann liegt das m.E. auch daran, dass die Verantwortlichen in den Medien tatsächlich diese Einstellung vertreten. Darüber kann man diskutieren und darüber muss man in einem freien Land auch diskutieren.
Ich habe immer das Gefühl, sobald einem die Meinung eines anderen nicht passt, so wird demjenigen unterstellt, er stehe unter "staatlicher Kontrolle". Offensichtlich fällt es schwer, zu glauben, dass es viele viele Menschen gibt (vermutlich sogar die Mehrheit), die eine andere Ansicht vertreten als man selbst, ohne dabei unter staatlicher Kontrolle zu stehen.
Besonders perfide finde ich es, wenn Menschen eine angebliche Zensur oder staatliche Kontrolle kritisieren, aber dann gleichwohl mit Parteien sympatisieren, bei denen massive Eingriffe in die persönliche Freiheit und staatliche Kontrolle ganz klar vorhersehbar sind (linker und rechter Rand). Nicht falsch verstehen, damit meine ich nicht Dich !! Aber es fällt mir in der Tat bei vielen auf.
Ich selbst bin (ohne zum "Staat" zu gehören) mit unserer Staatsform, unserer Presse und der gelebten Freiheit sehr zufrieden. Das schließt natürlich nicht aus, dass es in Einzelfällen immer wieder mal was zu kritisieren gibt, aber das ist ja auch gut so und dient der ständigen Verbesserung. Meine Stimme kriegt jedenfalls Angie..
Gruß Justice
-- Editiert am 25.09.2009 12:39
von justice005 am 25.09.2009 12:32
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