Die Folgen

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Arbeitsrecht Rubrik, Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Arbeitsbereitschaft, Arbeitszeit

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Wer ist noch betroffen ?

Die Folgen der Entscheidung des EuGH sind in letzter Konsequenz noch nicht abzusehen. Abzusehen ist jedoch, dass es eine Häufung von Klagen von Arbeitnehmern im Bereitschaftsdienst geben wird.

Hält die Rechtsprechung die bisher eingeschlagene Linie durch, so wird das derzeitige Dienstplansystem einiger Arbeitgeber zusammenbrechen. Geplante Bereitschaftsdienste werden nicht mehr abgeleistet, weil die maximale Arbeitszeit schon überschritten ist. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, werden die Arbeitgeber nicht um Neueinstellungen herumkommen.

Neben den Anspruch auf Ruhezeiten nach dem Bereitschaftsdienst entstehen des Weiteren finanzielle Ansprüche der Arbeitnehmer. Ist nämlich der Bereitschaftsdienst volle Arbeitszeit, so ist dieser auch in dieser Form zu entlohnen. Soweit er die normale Arbeitszeit überschreitet - was in der Regel der Fall sein wird - ist er sogar als Überstunden zu werten und entsprechend zu entgelten.

Des Weiteren ist der Gesetzgeber gefordert: Bleibt es bei der Linie der Rechtsprechung, so ist die Anpassung des deutschen Arbeitszeitgesetzes an die europäischen Vorgaben unumgänglich.

Das Urteil des EuGH beschäftigt sich mit der Arbeitszeit von Ärzten. Wirkung entfalten wird es jedoch weit über den Ärztestand hinaus. Die Problematik des Bereitschaftsdienstes tritt auch in anderen Bereichen auf. Zu nennen sind hier nur beispielhaft Rettungskräfte, Feuerwehrleute, Polizisten. Darüber hinaus alle, die Arbeiten in Form der oben erläuterten Bereitschaftsdienste verrichten.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit
Seite  2:  Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs
Seite  3:  Bereitschaftsdienst
Seite  4:  Ist das Urteil einfach auf Deutschland übertragbar?
Seite  5:  Auswirkungen des Urteils auf ähnliche Arbeitsformen
Seite  6:  Die Folgen
Seite  7:  Was ist zu tun?
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