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Berechnung Urlaub bei Teilzeit nach Kündigung

 Von 
müllermilch
Status:
Schüler
(255 Beiträge, 88x hilfreich)
Berechnung Urlaub bei Teilzeit nach Kündigung

Hallo,

ich arbeite Teilzeit (15 Stunden in der Woche, Montag ca. 4-5 Stunden und Mittwoch ca. 8-10 Stunden und ein Wochenende im Monat) im pflegerischen Bereich und habe in der Probezeit 04.01.13 am gekündigt. Dannach habe ich noch am Wochenende Samstag/Sonntag dort gearbeitet. Mein Arbeitgeber möchte mir meinen Urlaub, 8 Tage, ab Montag (heute) eintragen, obwohl ich da nicht eingeteilt bin (da ich am Wochenende gearbeitet hatte). Ich würde lieber erst den Urlaub am Mittwoch begninnen, da ich dort eingeteilt bin.

Muss ich den Urlaub zusammenhängend nehmen, oder kann ich ihn an den Tagen einsetzen an den ich im Dienstplan eingeteilt worden bin? Für diesen Fall müsste ich nur 2 Tage für eine Woche frei nehmen.

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Auserdem hatte ich eine 2 tägige Schulung (2x6 Stunden Dauer). Mein Arbeitgeber will mir jedoch nur 3 x 2 hierfür gutschrieben wegen der Teilzeitstelle. Es war eine Pflichtveranstaltung!
Wie ist dort die Rechtssprechung?


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Last but noch Least - war ich an einem Mittwoch krank. Hier war ich für 10 Stunden Dienst eingetragen.
Eine ärtliche Bescheinigung liegt vor. Der Arbeitgeber wollte mir aber nur 3 Stunden gutscheiben lassen. Da die AU für 2 Tage galt wäre er bereit 2x3 Stunden gutschreiben zu lassen. ICh bin jedoch der Meinung, dass ich die 10 Stunden, wie im Dienstplan vorgesehen, gut geschrieben bekommen sollte.

Da ich noch überstunden habe, ist noch zu fragen, wie ich die einsetze?


Grüße


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Kündigung Urlaub Teilzeit


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15337 Beiträge, 5876x hilfreich)

Wieviele Tage beträgt der Jahresurlaubsanspruch laut Arbeitsvertrag?
Am besten wäre, hier mal die Formulierung aus dem Arbeitsvertrag reinzuschreiben.



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#2
 Von 
müllermilch
Status:
Schüler
(255 Beiträge, 88x hilfreich)

Ok, danke

Urlaaub:
Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub im Kalenderjahr - ausgehend von einer 5 Tage Woche. D.h. also von derzeit 20 Tagen. Der Arbeitgeber gewährt zusätzlich einen Vertraglichen Urlaub von 8 weiteren Arbeitstagen. Bei der Gewährung von Urlaub wird zuerst der gesetzliche Urlaub eingebracht. Bei Festlegung von Zeitpunkt und Dauer des Urlaubs werden betriebliche Interessen und Bedürfnisse angemessen berücksichtigt.

Bei Beendigung der Arbeitsvertrages erfolgt eine etwaige Urlaubsabgeltung nur bis zur Höhe des gestzlichen Urlaubsanspruches.

Ist das ausreichend?

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#3
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15337 Beiträge, 5876x hilfreich)

Sorry, hätte ich gleich fragen sollen: Wie lange waren Sie bei dem Arbeitgeber beschäftigt?


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#4
 Von 
müllermilch
Status:
Schüler
(255 Beiträge, 88x hilfreich)

Seid Oktober 2012

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#5
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15337 Beiträge, 5876x hilfreich)

Der Arbeitnehmer beantragt, wann er Urlaub nimmt, aber der Arbeitgeber hat dem quasi zuzustimmen, außer betriebliche Gründe stehen dem Antrag entgeben.
Genauer:
§ 7 Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs
(1) Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.

Wenn Sie also Urlaub ab Mittwoch beantragen, dann darf der AG nicht einfach diesen auf Montag vorziehen.

Die Berechnung von Fort- und Weiterbildungen für Teilzeitkräfte scheint mir der aktuellen Rechtssprechung zu entsprechen, auch wenn ich sie nicht gerecht finde.

Zu den 10 Stunden:
§ 4 Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts
(1) Für den in § 3 Abs. 1 oder in § 3a Absatz 1 bezeichneten Zeitraum ist dem Arbeitnehmer das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen.

Das bedeutet, wenn durch die Berechnung ein Minus auf dem Konto entsteht, dann stimmt diese nicht.



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#6
 Von 
müllermilch
Status:
Schüler
(255 Beiträge, 88x hilfreich)

Hallo, vielen Dank. Eigentlich bin ich auch der selben Meinung bezüglich des Urlaubsgebinns und der Gutschreiften für die Krankenzeit. Das mit der Schulungen habe ich so und so gelesen.

Noch eine Frage bezüglich des Urlaubs. Da ich ja nicht die ganze Woche arbeite, wie habe ich den Urlaub zu nehmen?
Ich wäre am erst am 09, 14, 16 und am 21 Januar zum Dienst eingetragen. Muss ich den Urlaub an einem Stück nehmen, oder kann ich den Urlaub stückeln und für diese Tage eintragen?

Grüße

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#7
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2473 Beiträge, 1132x hilfreich)

Eine Menge Fragen für eine kurze Beschäftigung.
Vorab: Urlaubsfragen sind zu trennen von den anderen (Überstunden, Zeitausgleich Schulung, Krankheit ..)

Schulung: Ich bin deiner Meinung, dass bei einer Pflichtveranstaltung die ganze Zeit gutzuschreiben ist, allerdings nur die reine Veranstaltungszeit.
Krankheit: Du musst den kompletten Mittwoch bekommen, dafür am Donnerstag nichts, da du da nicht arbeitspflichtig warst.
Überstunden: Zuerst - sind es echte Überstunden, d.h. angeordnete Mehrarbeit, oder bloß Plusstunden, die sich aus diversen Gründen zusammenläppern). Da wäre zuallererst der TV zu befragen.
Urlaub: Ich möchte mit der U-Berechnung beginnen, denn die 8 Tage erscheinen mir völlig unklar.
Eigentlich musst du nur Urlaub beantragen für die Tage, an denen du arbeiten müsstest. Die Berechnung ist ein wenig komplizierter wegen das eigenartigen Rhythmus deiner Verpflichtung 2 Tage unter der Woche plus 1 WE im Monat, also übers Jahr (52*2)+1 +(12*2)=129 Arbeitstage; Jahresurlaubsanspruch 24/(52*6)*129=9,9 aufgerundet 10 Tage fürs Jahr; U-Anspruch für 4 volle Monate, also 10/12*4 gleich 3,3 (gerundet 3 Tage) Urlaub (vorausgesetzt, du hast am 1. Oktober zu arbeiten begonnen.

http://www.heilbronn.ihk.de/ihkhnarbeitsundsozialrechtbeschaeftigungsverhaeltniss/infothek.aspx?idIT=1630


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#8
 Von 
müllermilch
Status:
Schüler
(255 Beiträge, 88x hilfreich)

Hallo blaubär,
hallo hamburgerin,

vielen Dank für die ausführlichen Ausführungen.
ja, beginn 1 Oktober und ja, es sind erarbeitete Überstunden.
Muss ich denn den Resturlaub am Stück nehmen oder kann ich Ihn stückeln?
Ja, viele Fragen, aber nachdem ich eben der Meinung war, dass man mich ausnutzt und einseitig, zu meinem Ungunsten, handelt kann man doch mal über das Ende nachdenken, oder?

Grüße

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#9
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6291 Beiträge, 3177x hilfreich)

@müllermilch

Das BUrlG geht an und für sich davon aus, dass zumindest ein Teil des Urlaubsanspruchs am Stück genommen werden soll. Das wird aber in der Regel nicht streng gesehen und insbesondere bei kurzen Arbeitsverhältnissen, bei denen es nur noch um Resturlaubsansprüche geht. Mithin, kann man als AN auch gestückelten Urlaub beantragen.

Sie sollten aber bei einer Stückelung des Urlaubs beachten, dass dann zwar Ihre Arbeitspflicht für den entsprechenden Tag entfällt. Theoretisch wäre es aber möglich, dass Sie der AG dann an einem anderen Tag zur Arbeit heranzieht. Gerade in der Pflege habe ich persönlich noch nie erlebt, dass ein Dienstplan wirklich für einen ganzen Monat ohne Veränderungen hält. In der Regel muss wöchentlich wenn nicht sogar von einem Tag auf den anderen eine Änderung erfolgen, weil z.B. jemand, der hätte arbeiten müssen, krank wird. Liegt ein solcher Fall vor, dann kann es passieren, dass Sie einspringen müssen.

Vor diesem Hintergrund habe ich es in der Pflege auch schon oft erlebt, dass man dann bzgl. des Urlaubs auch bei Teilzeitbeschäftigten, die nicht an allen Tagen in der Woche arbeiten, so tut, als wären sie Vollzeitbeschäftigte und spricht diesen sozusagen den Urlaubsumfang eines Vollzeitbeschäftigten zu.

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