Belgiens Parlament setzt Ausschuss zu Kindesmissbrauch in Kirche ein
AFP VOM 28.10.2010 | Nachrichten - International | 889 Aufrufe Mehr zum Thema:Kindesmissbrauch, Kirche
Abgeordnete sollen auch Rolle der Justiz beleuchten
Im Skandal um Kindesmissbrauch durch Priester hat Belgiens Parlament eine Untersuchungkommission eingesetzt. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag in Brüssel für die Einsetzung des 13-köpfigen Ausschusses, um "das Gesetz des Schweigens zu brechen", wie es der flämische Grüne Stefaan Van Hecke als Vizepräsident des Ausschusses ausdrückte. Der Ausschuss will bis April 2011 einen Bericht vorlegen und soll klären, warum sich bislang vergleichsweise wenige Opfer an die Justiz wandten
Beleuchten soll das Gremium die Rolle der katholischen Kirche und der Justiz in Belgien. Beide Institutionen hatten immer wieder Vorwürfe auf sich gezogen, Missbrauchsfälle nicht ausreichend aufzuklären, der Kirche wurde auch Vertuschung vorgeworfen. Am Mittwoch heizte Erzbischof André-Joseph Léonard als Primas die Debatte neu an, indem er die Strafverfolgung älterer Priester "einer Art von Rache" gleichstellte.
Der Skandal um Kindesmissbrauch hatte die katholische Kirche und andere Institutionen in den vergangenen Monaten in zahlreichen Ländern beschäftigt. In Belgien schlug er besonders hohe Wellen. So trat im April ein Bischof zurück, weil er seinen Neffen missbraucht hatte, im September erklärte eine von der Kirche eingesetzte Kommission, rund 500 Zeugnisse mutmaßliche Missbrauchsopfer erhalten zu haben, von denen sie einen Teil veröffentlichte. Die in der Zwischenzeit entworfenen Pläne für ein Opfer-Zentrum sagte die Kirche wieder ab, da sie nicht in die Kompetenz der Justiz eingreifen wolle.
28. Oktober 2010 - 18.09 Uhr
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