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Belgiens Polizei nimmt bei Razzien im Kurden-Milieu 15 Menschen fest

AFP VOM 4.3.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1154 Aufrufe
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PKK, Kurde

Offenbar ranghohe PKK-Anführer darunter

Bei Razzien in ganz Belgien im Zuge von Ermittlungen gegen die kurdische Rebellengruppe PKK hat die belgische Polizei am Donnerstag 15 Menschen festgenommen. Im Kurden-Milieu des ganzen Landes habe es Hausdurchsuchungen gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Justiz und Presseberichten aus Ankara zufolge sind unter den Festgenommenen auch zwei ranghohe in Europa tätige PKK-Anführer, die PKK rief zu Protesten auf.

Nach Informationen des belgischen Rundfunksenders RTBF waren an dem Großeinsatz rund 300 Polizisten beteiligt, unter anderem in der Hauptstadt Brüssel sowie im flämischen Antwerpen und im wallonischen Charleroi. Auch der Sitz des internationalen kurdischen Fernsehsenders ROJ TV in Denderleeuw in Flandern sei durchsucht wurden, mehrere der Festgenommenen seien Journalisten. Nach Angaben eines AFP-Reporters wurden die Sendungen von ROJ TV unterbrochen.

Informationen der PKK-nahen türkischen Nachrichtenagentur Firat und Kreisen der belgischen Justiz zufolge sind unter den Festgenommenen auch zwei frühere Abgeordnete des türkischen Parlaments. Zubeyir Aydar und Remzi Kartal sollen demnach Aktivitäten der PKK in Europa geleitet haben. Kartal war nach dem Verbot der PKK 1994 ins Ausland geflohen. Das US-Finanzministerium hatte seinen Namen im Oktober auf eine Liste "wichtiger" Drogenschmuggler gesetzt, die mit ihren Geschäften die PKK finanziell unterstützen sollen.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu begrüßte die Festnahmen im Zuge der Razzien. Er schätze die Verantwortung der belgischen Behörden, sagte Davutoglu vor Journalisten. Auch in Italien und Frankreich habe es Durchsuchungen gegeben. Sie seien eine "starke Botschaft" an diejenigen, die "terroristische Aktivitäten" finanziell unterstützten.

Die PKK rief zu Protesten gegen die Razzien und Festnahmen auf. "Alle in Europa lebenden Kurden sollten in Brüssel zusammenkommen und gegen diesen feindlichen Angriff protestieren", hieß es in einer von Firat verbreiteten Erklärung der Kurden. Das Vorgehen der belgischen Behörden wurde darin als "Staatsterror" bezeichnet.

Am Dienstag waren in Paris neun Kurden angeklagt worden. Französischen Justizkreisen zufolge geht bei den Ermittlungen um die Rekrutierung und Ausbildung von PKK-Kämpfern. Die Ermittlungen hätten Kontakte zwischen PKK-Mitgliedern in Frankreich und in anderen Ländern ergeben, darunter in Belgien und Deutschland.

Die EU und die Türkei stufen die PKK als terroristische Organisation ein. Die verbotene Partei kämpft für mehr Unabhängigkeit der Kurden. Dem Konflikt fielen seit 1984 Schätzungen zufolge rund 45.000 Menschen zum Opfer.

4. März 2010 - 16.08 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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