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Bekannter deutscher Boxpromoter wegen Erpressung vor Gericht

AFP VOM 28.1.2010 | Nachrichten - Vor Gericht | 1503 Aufrufe
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Boxpromotor, Erpressung

Ahmet Ö. soll Geld von Konkurrenten und Firmen gefordert haben

Wegen Erpressung, Körperverletzung und anderer Delikte drohen dem deutschen Boxpromoter Ahmet Ö. eine Bewährungsstrafe von bis zu zwei Jahren auf Bewährung und eine Geldbuße von 120.000 Euro. Eine entsprechende Absprache trafen die Verteidiger des 38-jährigen Chefs des Arena-Boxstalls, der unter anderem Vertragspartner des Fernsehsenders Sat1 ist, und die Staatsanwaltschaft am Donnerstag vor dem Amtsgericht Hamburg. Sofern beide Seite bei ihrer Zustimmung bleiben, soll das entsprechende Urteil in dem Prozess gegen den Manager am 12. Februar verkündet werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte Ö. wegen insgesamt 16 verschiedenen Straftaten angeklagt. Der seit kurzem in Istanbul lebende frühere Berufsboxer aus Hamburg soll unter anderem versucht haben, den bekannten Promoter Klaus-Peter Kohl vom konkurrierenden Boxstall Universum um 500.000 Euro zu erpressen. Außerdem soll er nach Darstellung der Anklage eine Mitarbeitern aus dessen Unternehmen mit Drohungen wie "Wenn Du nicht spurst, mache ich Dich fertig" zur Zahlung von 5000 Euro gezwungen sowie bei einer TV-Firma auf ähnliche Weise 120.000 Euro eingetrieben haben, die ihm nicht zustanden.

Hinzu kommen laut Staatsanwaltschaft mehrere mutmaßliche Körperverletzungen. So soll Ö. einem Bankmanager bei einem Gespräch in den Räumen einer Hamburger Privatbank 2008 grundlos eine Kopfnuss verpasst und in Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern des Universum-Boxstalls verwickelt gewesen sein. Unter anderem hatte sich der 38-Jährige bei einer Veranstaltung von Universum vor drei Jahren in Hamburg in aller Öffentlichkeit eine blutige Schlägerei mit vier von Kohls Sicherheitsleuten direkt neben dem Boxring geliefert.

Nach Angaben des Vorsitzenden Richters verständigten sich die Beteiligten darauf, dass Ö. im Gegenzug für ein Geständnis eine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe zwischen 14 Monaten sowie höchstens zwei Jahren erhält. Zudem soll er 120.000 Euro an den Staat zahlen.

Ö. sagte nach der Verhandlung, er wolle das Verfahren schnell beenden und betrachte vor allem die darin zur Sprache gebrachten Konflikte mit Kohl und dessen Universum-Boxstall als abgehakt. Er wolle sich nun auf sein Geschäft und die Karriere seiner Boxer konzentrieren. Mit seinem Arena-Boxstall gehört Ö. seit Jahren zu den bekannteren Adressen im deutschen Boxsport. Zu seinen Athleten gehören der kubanische Schwergewichtler Juan Carlos Gomez, der kubanische amtierende Federgewichts-WBA-Champion Yuriorkis Gamboa und der deutsche Boxprofi Markus Beyer.

28. Januar 2010 - 13.16 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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