388.311
Registrierte
Nutzer
 www.123recht.net » Ratgeber » Arbeitsrecht » Ausbildungsrecht

Ausbildungsrecht

3.8.2001 | Ratgeber - Arbeitsrecht | 110595 Aufrufe
Mehr zum Thema:

Ausbildung, Ausbildungsrecht, Minderjährige

Zwischen Auszubildendem und Ausbilder besteht ein Berufsausbildungsverhältnis. Dieses wird durch den Berufsausbildungsvertrag begründet.

Grundsätzlich gelten für den Ausbildungsvertrag die gleichen rechtlichen Regelungen wie für den Arbeitsvertrag. Zur Berücksichtigung der Besonderheiten der Berufsausbildung bestehen aber auch abweichende Regelungen, vor allem für den Bereich der Ausbildung Minderjähriger.

Der Ausbildungsvertrag kann mündlich oder schriftlich abgeschlossen werden. Ein mündlicher Vertrag ist aber vor Beginn der Ausbildung vom Auszubildenden schriftlich niederzulegen und von allen Beteiligten zu unterschreiben. Denn die Vertragsparteien sollen vom ersten Ausbildungstag an wissen, welche Rechte und Pflichten sie haben.
Erfolgt keine schriftliche Niederlegung, besteht der mündliche Ausbildungsvertrag trotzdem weiter, d.h. der Ausbilder muss seinen Vertragspartner als Auszubildenden in den Betrieb aufnehmen. Denn sonst könnte sich der Ausbilder auf diese Art dem Vertragsvollzug entziehen, z.B. wenn er nachträglich einem in seinen Augen besseren Ausbildungskandidaten den Vorrang geben möchte.

Der Ausbildungsvertrag muss vor allem Gliederung und Ziel der Ausbildung (nach jeweiliger Ausbildungsordnung), Beginn und Dauer der Ausbildung (Regelausbildungszeit nach Ausbildungsordnung), Ausbildungsort, Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit, Dauer der Probezeit, Vergütung, Urlaub und Kündigungsregelungen beinhalten.

Wie jeder privatrechtliche Vertrag unterliegt auch der Ausbildungsvertrag der Vertragsfreiheit. Diese ist jedoch eingeschränkt, soweit es um den Schutz eines Arbeitnehmers bzw. Auszubildenden geht.
So darf durch den Ausbildungsvertrag die Entschlussfreiheit des Auszubildenden hinsichtlich seiner beruflichen Weiterentwicklung für die Zeit nach der Ausbildung nicht beeinträchtigt werden. Deshalb sind einige Vereinbarungen zwischen Ausbilder und Auszubildendem nichtig:

  • Beschränkungen der Berufsausübung (z.B. die Verpflichtung, nach Beendigung der Ausbildung im Betrieb weiterzuarbeiten, eine Einschränkung des Beschäftigungsortes oder das Verbot des Ausübens erlernter Tätigkeiten).

  • Finanziell belastende Vereinbarungen (z.B. die Verpflichtung zu Entschädigungszahlungen für die Berufsaubildung oder die Vereinbarung von Vertragsstrafen).




Seiten in diesem Artikel:
Seite 1: Einleitung
Seite 2: Begründung des Ausbildungsverhältnisses - Der Ausbildungsvertrag
Seite 3: Pflichten des Ausbilders
Seite 4: Pflichten des Auszubildenden
Seite 5: Beendigung des Ausbildungsverhältnisses
Seite 6: Besonderheiten bei minderjährigen Auszubildenden

123recht.net ist Rechtspartner von:

388311
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

119719
beantwortete Fragen
10
Anwälte jetzt
online
Andere Websites zum Thema

Universität Würzburg