Bedenken gegen Einsatz von Nacktscannern
AFP VOM 30.12.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1592 Aufrufe Mehr zum Thema:Körperscanner, Terror, Flugzeuganschlag
Strahlenschutzexperte warnt vor Krebsrisiko
In der neu entflammten Debatte um den Einsatz von Nacktscannern an Flughäfen sind weitere Bedenken laut geworden. Die Röntgenstrahlung könne langfristig Krebs und Leukämie erzeugen, sagte der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission, Rolf Michel. Derweil kündigten die Niederlande an, künftig alle USA-Reisenden mit Nacktscannern zu kontrollieren.
Michel sagte dem Hessischen Rundfunk, bei einer einzelnen Durchleuchtung seien Menschen zwar nur einer sehr geringen Menge von Röntgenstrahlen ausgesetzt. Das Risiko steige aber mit jeder Kontrolle. Die Strahlenschutzkommission und das Bundesumweltministerium hielten den Einsatz von Röntgenscannern deswegen für "nicht gerechtfertigt", sagte Michel.
Auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) äußerte sich zurückhaltend. "Ob Körperscanner so eingesetzt werden können, dass dabei die Intimsphäre beachtet und die Menschenwürde strikt gewahrt bleibt, hängt entscheidend von der technischen Weiterentwicklung solcher Geräte ab", sagte Leutheusser-Schnarrenberger der "Berliner Zeitung".
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| Verhinderter Terroranschlag (AFP) |
"Die Diskussion um Nacktscanner ist eine politische Luftnummer, um von den Versäumnissen der vergangenen Jahre abzulenken", sagte der GdP-Vorsitzende für die Bundespolizei, Josef Scheuring, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) sagte der "Süddeutschen Zeitung", Bedingung für den Einsatz der Scanner sei eine Weiterentwicklung der Geräte, damit die Persönlichkeitsrechte der Passagiere gewahrt würden: Derzeit würden neue Apparate entwickelt, die die Körperstrukturen der Passagiere "unklarer" darstellten.
Wie die niederländische Innenministerin Guusje ter Horst in Den Haag sagte, sollen die Scanner am Amsterdamer Flughafen Schiphol innerhalb von drei Wochen routinemäßig bei allen Flügen in die USA eingesetzt werden. Die Scanner werden zunächst mit einer neuen Software ausgestattet, um automatische Kontrollen ohne den Einsatz von Personal zu ermöglichen.
Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte in der vergangenen Woche in Amsterdam den Sprengstoff PETN an Bord eines US-Flugzeugs geschmuggelt. Beim Landeanflug auf Detroit versuchte er, die Maschine in die Luft zu sprengen, wurde jedoch von anderen Passagieren überwältigt.
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30. Dezember 2009 - 16.21 Uhr
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