Hammurapis Nachfolger zeigten kein allzu großes Geschick und somit verschwand Babylon schnell wieder in der Versenkung der Geschichte. Erst Tausend Jahre später erlebte es unter den Herrschern Nebukadnezar I. und Nebukadnezar II. eine zweite Blütezeit, ehe es erst unter assyrische und später persische Herrschaft fiel.
Die meisten Paragraphen des Codex Hammurapi finden sich auch in der Bibel wieder. Neben dem bereits erwähnten Talions-Prinzip (Auge um Auge, Zahn um Zahn), sind viele Gesetze zwar nicht wortwörtlich, aber dennoch sinngemäß im Exodus, dem zweiten Buch Moses, enthalten. Beispiel:
Nicht ganz sicher ist jedoch, wie die Gesetze in den Exodus gekommen sind. Die 5 Bücher Mose (Pentateuch), die nicht nur den Anfang des Alten Testaments, sondern auch das Hauptelement der jüdischen Thora bilden, wurden erst im 6. bis 5. vorchristlichen Jahrhundert von Priestern niedergeschrieben. Moses selbst hat mit dem Pentateuch nichts zu tun. Sehr wahrscheinlich wurde es im 4. Jahrhundert v. Chr. vom persischen Schriftgelehrten Esra (siehe Buch Esra in der Bibel) überarbeitet. Er stand in Diensten des persischen Herrschers Antaxerxes, zu dessen Einflussbereich auch das erst hundert Jahre zuvor von Persien eroberte Babylonien gehörte. Esra versuchte, die Thora, die von Antaxerxes als jüdisches Recht anerkannt wurde, auch in Jerusalem durchzusetzen. Es ist möglich, dass er durch die babylonische Rechtskultur beeinflusst wurde und den Codex Hammurapi bei seiner Überarbeitung des Pentateuch in das 2. Buch Mose einfließen ließ.
| Seite 1: | Babylon - Blüte am Euphrat und die Justiz |
| Seite 2: | Der Codex Hammurapi |
| Seite 3: | Auge um Auge, Zahn um Zahn |
| Seite 4: | Die 282 Paragraphen |
| Seite 5: | Regeln zur Berufsausübung |
| Seite 6: | Das Zivilrecht |
| Seite 7: | Weitere wichtige Gesetze |
| Seite 8: | Hammurapis Erbe |
