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Babylon - Die Blüte am Euphrat und die Justiz - 5/8
jtm vom 26.04.2004   |   34306 Aufrufe   |   Rubrik: Unterhaltung - Das Recht in der Geschichte

Berufsausübung

Eine Hochkultur und die Justiz

Im Babylonien des 16. vorchristlichen Jahrhunderts gab es für die einzelnen Berufsgruppen und Bevölkerungsschichten eigene Gesetze und Verpflichtungen:

Soldaten
Babylonische Soldaten bekamen von Hammurapi ein Stück Land zugewiesen, um sich ihren Lebensunterhalt zu erarbeiten. Zum Ausgleich mussten sie Kriegsdienst leisten. Wer das verweigerte, wurde mit dem Tode bestraft. Wenn der Soldat für mehr als drei Jahre im Krieg war, wurde das Land einem anderen zugewiesen, damit es nicht unnötig brach lag. Allerdings bekam der Soldat sein Land bei seiner Rückkehr von der Front wieder. Anders lag der Fall, wenn er einen Sohn hatte. Dem durfte er während seiner Abwesenheit die Bearbeitung des Landes übertragen.

Bauern
Für die wachsende Zivilisation war der landwirtschaftliche Ertrag sehr wichtig. Aus diesem Grund musste die Produktivität des Anbaus sichergestellt werden. So wurden Bauern, die die Bearbeitung ihres Landes vernachlässigten, Strafen auferlegt.

Kaufleute
Kaufleute schickten zu dieser Zeit Agenten in benachbarte Handelszentren, um ihre Geschäfte abzuwickeln. Falls ein Agent keinen Gewinn erwirtschaftete, musste er seinem Auftraggeber das Doppelte des ihm anvertrauten Kapitals erstatten, da der Verdacht des Betruges bestand. Bezichtigte allerdings ein Kaufmann fälschlicherweise einen Agenten der Unterschlagung, musste er es ihm mit der sechsfachen Summe vergelten.

Wirtinnen
Gastronomen bewegten sich zu Hammurapis Zeiten stets auf dünnem Eis. Da man Wirtschaften häufig mit Prostitution in Verbindung brachte, waren sie schlecht angesehen und entsprechend strengen Gesetzen unterworfen. Wenn eine Wirtin (Im Originaltext wird nur die weibliche Form benutzt) falsch abrechnete, drohte ihr die Hinrichtung. Ebenso erging es ihr, wenn sie gesuchte Verbrecher beherbergte.

Seite 1: Babylon - Blüte am Euphrat und die Justiz
Seite 2: Der Codex Hammurapi
Seite 3: Auge um Auge, Zahn um Zahn
Seite 4: Die 282 Paragraphen
Seite 5: Regeln zur Berufsausübung
Seite 6: Das Zivilrecht
Seite 7: Weitere wichtige Gesetze
Seite 8: Hammurapis Erbe


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