Australien: Keine Auslieferung von Assange an USA
AFP VOM 21.8.2012 | Nachrichten - Allgemein | 10723 Aufrufe Mehr zum Thema:Schweden, Assange, USA, Auslieferung
Schweden will Wikileaks-Gründer nicht ausliefern
Die australische Regierung rechnet nicht mit einer Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Asssange von Schweden an die USA. Schweden habe der Regierung in Sydney versichert, dass es niemanden an ein Land ausliefere, in dem ihm die Todesstrafe drohe, sagte Außenminister Bob Carr der "Australien Financial Review". Schweden liefere auch dann nicht aus, wenn dem Auszuliefernden ein Prozess vor einem Militärgericht droht.
Sydney habe Stockholm darum gebeten, ein rechtsstaatliches Verfahren zuzusichern, sollte Assange nach Schweden ausgeliefert werden, sagte Carr. Ansonsten liege der Fall aber außerhalb der australischen Rechtshoheit. Der Fall des Australiers Assange sei kein Fall für die Diplomatie, sondern für konsularische Hilfe, betonte der Außenminister.
Assange war vor zwei Monaten in die Londoner Botschaft Ecuadors geflüchtet, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort soll er wegen mutmaßlicher sexueller Delikte vernommen werden. Der 41-Jährige befürchtet jedoch, dass ihn Schweden an die USA ausliefert, wo er nach eigener Darstellung wegen Spionage zum Tode verurteilt werden könnte.
Die schwedische Regierung versicherte, Assange werde nicht an die USA ausgeliefert, sollte ihm dort die Todesstrafe drohen. Washington seinerseits betonte, es habe in Stockholm kein Auslieferungsgesuch gestellt und habe mit dem Streit um die Auslieferung Assanges nichts zu tun. Schweden gehört zu den Unterzeichnern der Europäischen Menschenrechtskonvention, die die Auslieferung von Menschen an Länder verbietet, in denen ihnen die Todesstrafe droht.
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