Die Anwälte von zehn mutmaßlichen somalischen Piraten haben sich vor einem Gericht in den Niederlanden gegen die Auslieferung ihrer Mandanten nach Deutschland ausgesprochen. Da der Frachter "Taipan", den die Verdächtigen Anfang April überfallen hatten, in den Bahamas registriert sei, könnten die Verdächtigen nicht an Deutschland ausgeliefert werden, sagte der Anwalt Michiel Balemans vor einem Bezirksgericht in Amsterdam. Zudem habe bereits die Strafverfolgung in den Niederlanden begonnen, weshalb das Land genauso viele Gründe wie Deutschland habe, die Piraten zu belangen, sagte Balemans.
Das Gericht, das alle europäischen Haftbefehle mit Bezug zu den Niederlanden behandelt, wird am 4. Juni über eine Auslieferung entscheiden. Von der Entscheidung hängt ab, ob es in Deutschland bald einen ersten Prozess um die Piraterie vor der Küste Somalias gibt.
Die Verdächtigen wurden Anfang April nach einem Überfall auf den deutschen Frachter "Taipan" rund 900 Kilometer östlich der somalischen Küste von niederländischen Soldaten festgenommen. Die Hamburger Justiz beantragte kurz darauf ihre Auslieferung. Sie ist für den Fall zuständig, weil die Reederei der "Taipan" in der Hansestadt ihren Sitz hat. Den mutmaßlichen Piraten wird versuchter erpresserischer Menschenraub und ein Angriff auf den Seeverkehr vorgeworfen.
21. Mai 2010 - 14.43 Uhr
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