Nach dem Ausbruch von zwei Schwerverbrechern aus der Justizvollzugsanstalt Aachen ist ein Bediensteter der Haftanstalt festgenommen worden. Wie Nordrhein-Westfalens Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) in Düsseldorf sagte, wurde der Mann gegen Mittag festgenommen. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Nach Angaben der Polizei fehlt von den beiden bewaffneten Männern weiter jede konkrete Spur. Die Ermittlungen laufen den Angaben zufolge "auf Hochtouren".
Bei den Flüchtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 50 Jahre alten einen 46 Jahre alten Mann. Beide verbüßten in Aachen lebenslange Haftstrafen wegen Tötungsdelikten. Die als brutal und rücksichtslos geltenden Verbrecher hatten am Donnerstagabend in der JVA einen Wachmann und einen Pförtner überwältigt und fuhren den Angaben zufolge anschließend mit einem Taxi zunächst ins rund 50 Kilometer entfernte Kerpen. Von dort waren sie mit einem weiteren Taxi in die Kölner Innenstadt gefahren. Die Taxifahrer blieben unverletzt.
Der Aachener Polizeipräsident Klaus Oelze rief die Bevölkerung um Mithilfe auf, warnte aber davor, eigenmächtig gegen die Verbrecher vorzugehen. Es handele sich "um hochgefährliche Männer, die im Zweifelsfall gewalttätig und bewaffnet sind", sagte Oelze.
Das Gefängnis in Aachen gilt als moderne Haftanstalt: Der Bau wurde 1994 in Betrieb genommen und bietet nach einer Erweiterung im Jahr 2004 Platz für rund 690 männliche Straf- und Untersuchungsgefangene sowie etwa 50 Menschen in Sicherungsverwahrung. Die Anstalt verfügt zudem über eine sozialtherapeutische Abteilung mit rund 35 Bewohnern.
27. November 2009 - 15.51 Uhr
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