Aung San Suu Kyi zu 18 Monaten Hausarrest verurteilt
AFP VOM 11.8.2009 | Nachrichten - International | 999 Aufrufe Mehr zum Thema:Birma, Kyi
Sieben Jahre Zwangsarbeit für US-Bürger in Birma
Die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist zu weiteren 18 Monaten Hausarrest verurteilt worden. Auf Anordnung der Militärjunta wurde eine von einem Gericht in Rangun verhängte dreijährige Haftstrafe umgehend abgemildert, wie Innenminister Maung Oo sagte. Die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin wird damit auch während der für 2010 anstehenden Wahlen unter Hausarrest stehen.
Das Gericht im Insein-Gefängnis im Norden der birmanischen Hauptstadt verurteilte die 64-jährige Oppositionspolitikerin wegen eines Verstoßes gegen ihre Hausarrest-Auflagen zunächst zu drei Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit, wie ein AFP-Reporter berichtete. Auf Anweisung des Juntachefs General Than Shwe wurde die Haftstrafe jedoch in anderthalb Jahre Hausarrest umgewandelt. Suu Kyi hat bereits mehr als 14 der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest oder im Gefängnis verbracht. Der ebenfalls angeklagte US-Bürger John Yettaw wurde zu sieben Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt.
"Danke für das Urteil", sagte Suu Kyi, die ein traditionelles birmanisches Gewand trug, nach der Urteilsverkündung mit einem ironischen Unterton. Nach Angaben eines Regierungsvertreters wurde sie nach dem Urteil unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen zurück in ihr Haus an einem See in Rangun gebracht. Das Urteil gegen Suu Kyi sei "unvermeidlich" und "unbequem", sagte Innenminister Maung Oo.
Die Behörden hatte Suu Kyi vor Gericht gestellt, weil sie während ihres Hausarrests vorübergehend den 54-jährigen Yettaw bei sich aufnahm, nachdem dieser sich ungebeten Zutritt auf das Gelände ihres Hauses verschafft hatte. Der gläubige Mormone war nach eigenen Angaben mit selbstgemachten Flossen zum Haus der Nobelpreisträgerin geschwommen, um sie vor einem Anschlag zu warnen. Das Verfahren war international als Schauprozess gebrandmarkt worden.
Die Europäische Union kritisierte die Verurteilung der Nobelpreisträgerin und forderte ihre sofortige Freilassung. Suu Kyi müsse "sofort" und "ohne Bedingungen" freigelassen werden, erklärte die schwedische EU-Ratspräsidentschaft. Die EU werde zudem neue "gezielte Maßnahmen" gegen die Verantwortlichen für das Urteil und die Führung in Birma ergreifen.
Der britische Premierminister Gordon Brown reagierte "betrübt und wütend" auf das Urteil und sprach von einem "Scheinprozess". Mit dem "politischen Urteil" wolle die birmanische Junta Suu Kyi daran hindern, an den Wahlen teilzunehmen, sagte Brown.
11. August 2009 - 11.41 Uhr
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