Aufhebungsvertrag vom Arbeitgeber erhalten? Zehn Punkte, die Arbeitnehmer unbedingt beachten sollten

Mehr zum Thema:

Arbeitsrecht Rubrik, Aufhebungsvertrag, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Druck, Arbeitsvertrag

0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Arbeitnehmer, die einen Aufhebungsvertrag von ihrem Arbeitgeber erhalten, werden häufig unter starken Druck gesetzt, diesen schnellstmöglich zu unterzeichnen. Nachfolgend einige Hinweise für Arbeitnehmer, die einen solchen Aufhebungsvertrag erhalten haben.

1. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Alexander Bredereck
seit 2009 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Prenzlauer Allee 189
10405 Berlin
Tel: 030/40004999
Web: www.arbeitsrechtler-in.de
E-Mail:

Wenn der Arbeitgeber Druck macht, will er ihnen in der Regel nur etwas unterjubeln. Sie haben Kündigungsschutz, Sie sind auf der sicheren Seite. Warum sich dann unter Druck setzen lassen? Seriöse Angebote sind mit einer angemessenen Überlegungsfrist und der Möglichkeit, einen Spezialisten, am besten ein Fachanwalt für Arbeitsrecht, zu konsultieren, verbunden.

2. Schriftform für den Aufhebungsvertrag erforderlich

123recht.net Tipp:

Schreiben Sie mit unserem interaktiven Muster Ihre Arbeitnehmerkündigung. Mit Berechnung des Resturlaubs und Fristen!

Jetzt Arbeitsvertrag kündigen

Ein Aufhebungsvertrag muss schriftlich geschlossen werden. Mündliche Aufhebungsverträge sind unwirksam.

3. Unterschrift lässt sich nicht rückgängig machen

Haben Sie unterschrieben, können Sie in der Regel keine Ansprüche mehr durchsetzen, die in der Aufhebungsvereinbarung nicht geregelt sind. Auch eine Kündigungsschutzklage ist regelmäßig nicht mehr möglich.

4. Kündigungsfristen müssen nicht eingehalten werden

Im Aufhebungsvertrag müssen Kündigungsfristen nicht eingehalten werden. Anders ist dies aber, wenn Sie später Arbeitslosengeld beziehen wollen.

5. Kündigungsschutz fällt mit Unterschrift weg

Mit der Unterschrift unter den Aufhebungsvertrag verzichten Sie auf Ihren Kündigungsschutz.

6. Nachteile beim Bezug von Arbeitslosengeld

Bei Unterschrift unter einen Aufhebungsvertrag drohen ihnen eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld und, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird, außerdem ein Ruhen des Arbeitslosengeldanspruchs für einen gewissen Zeitraum.

7. Kein Mitspracherecht des Betriebsrats

Beim Abschluss von Aufhebungsverträgen hat der Betriebsrat kein Mitspracherecht. Er muss auch nicht – wie bei einer Kündigung – vorab angehört werden. Durch Unterschrift unter den Aufhebungsvertrag verzichten Sie auf entsprechende Rechte.

8. Abfindungen sind sozialabgabenfrei

Vom Abfindungsbetrag müssen keine Beiträge zu den gesetzlichen Versicherungen sowie zur Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosengeldversicherung abgezogen werden.

9. Abfindungen sind zu versteuern

Auf den Abfindungsbetrag muss Lohnsteuer abgeführt werden. Entsprechend ist der Betrag als Bruttobetrag gekennzeichnet. Nur wenn der Abfindungsbetrag ausdrücklich als Nettobetrag gekennzeichnet wird, muss der Arbeitgeber die abzuführenden Steuern zusätzlich aufwenden.

10. Aufhebungsverträge sind in der Regel ungünstiger als Kündigungen mit anschließender Kündigungsschutzklage

Spezialisten, zum Beispiel Fachanwälte für Arbeitsrecht, können in der Regel bei einer Kündigung und anschließender Kündigungsschutzklage mehr für den Arbeitnehmer herausholen, als bei einem Aufhebungsvertrag. Der Aufhebungsvertrag ist in der Regel nur dann ein sinnvolles Instrument, wenn der Arbeitnehmer bereits eine neue Beschäftigung und damit keine Zeit für ein Klageverfahren hat.

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Alexander Bredereck, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Prenzlauer Allee 189
10405 Berlin
Tel.: (030) 4 000 4 999
Mail: Berlin@recht-bw.de
Diskutieren Sie diesen Artikel
Sie haben Fragen? Nehmen Sie gleich Kontakt auf.
Rechtsanwalt
Alexander Bredereck
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Berlin
Guten Tag Herr Bredereck,
ich habe Ihren Artikel "Aufhebungsvertrag vom Arbeitgeber erhalten? Zehn Punkte, die Arbeitnehmer unbedingt beachten sollten" gelesen und würde darüber gerne mit Ihnen sprechen.
Kontakt aufnehmen
Das könnte Sie auch interessieren
Arbeitsrecht Aufhebungsvertrag unterzeichnen? Nachteile für Arbeitnehmer
Arbeitsrecht Arbeitslosengeldanspruch bei Aufhebungsvertrag und Abfindung?
Arbeitsrecht Muster für einen Aufhebungsvertrag – mögliche Formulierungen
Arbeitsrecht Außerordentliche Kündigung wegen Äußerungen auf Facebook (Volksverhetzung)