Sie sind hier:  www.123recht.net » Nachrichten » Allgemein » 
Inhalt nach Themen
Aufgetautes Rindfleisch als Frischfleisch verkauft - 1/1
AFP vom 29.5.2001   2071 Aufrufe    Leserwertung: 0,0 (0 User)
Rubrik: Nachrichten - Allgemein

Aufgetautes Rindfleisch als Frischfleisch verkauft

Staatsanwaltschaft Gießen ermittelt gegen Rewe-Konzern

Geschäfte der Rewe-Handelsgruppe haben mehrere Tonnen zuvor gefrorenes Rindfleisch als Frischfleisch verkauft. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Dienstag bestätigte, leitete die Behörde Ermittlungen wegen der falschen Kennzeichnung von Lebensmitteln ein. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft handelt es sich um eine Größenordnung von 20 bis 30 Tonnen Rindfleisch, das in Mittelhessen und Rheinland-Pfalz als Frischfleisch verkauft worden sei. Der Rewe-Konzern bestätigte im Kern die Vorwürfe, sprach aber von "Einzelfällen". Die Verbraucherzentrale Hessen warf Rewe "Verbrauchertäuschung" vor.




Rewe-Sprecher Wolfram Schmuck sagte in Köln, es handele sich um "allenfalls rund 20 Tonnen" Jungbullenfleisch, das im Dezember wegen des Preisverfalls infolge der BSE-Krise eingefroren worden sei. Das "Qualitätsfleisch" habe daher als "aufgetaut" gekennzeichnet werden müssen, räumte Schmuck ein. Dies sei in zwei Minimal-Läden in Mittelhessen und einem in Mainz nicht geschehen. Die Staatsanwaltschaft wollte zunächst keine Einzelheiten zu den Ermittlungen nennen. Verschiedene Läden würden überprüft, sagte Sprecher Reinhard Hübner. Nach seinen Angaben liegen der Staatsanwaltschaft auch Zeugenaussagen vor, wonach die falsche Kennzeichnung auf eine unternehmensinterne Anweisung zurückgehe. Rewe-Sprecher Schmuck wies dies zurück.

Ernährungsexpertin Christiane Schäfer von der Verbraucherzentrale Hessen sagte im Saarländischen Rundfunk: "Wenn wieder aufgetautes Fleisch angeboten wird, dann muss es immer gekennzeichnet sein mit dem Hinweis: 'Sofort verbrauchen'." Dies gelte allerdings nicht für verarbeitete so genannte Fleischerzeugnisse, etwa marinierte Steaks oder Rinderrouladen. Möglicherweise sei Rewe daher auch "durch eine Gesetzeslücke durchgeflutscht". Den Verbrauchern riet Schäfer, immer zu fragen, ob Fleischerzeugnisse aus frischem oder gefrorenem Fleisch hergestellt wurden. Eine Gesundheitsgefahr bestehe zwar nicht, gefrorenes Fleisch werde aber leicht trockener und zäher.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2001

Leserwertung: 
0,0 (von 0)
 Thema bewerten!


Lesezeichen hinzufügen:
Seiten in diesem Artikel:
  • 1) Aufgetautes Rindfleisch als Frischfleisch verkauft