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Auch Madoff-Angehörigen droht Prozess

AFP VOM 28.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 816 Aufrufe
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Madoff

Jurist: Familie nutzte Firma "wie Sparschwein"

Der Fall des US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff soll offenbar bereits in Kürze für seine Familie ein juristisches Nachspiel haben. Wie der staatlich bestellte Madoff-Konkursverwalter Irving Picard dem US-Fernsehsender CBS sagte, sollen noch in dieser Woche Prozesse gegen nahe Madoff-Angehörige angestrengt werden. Picard und der Jurist David Sheehan sagten dem TV-Sender, auch Madoff-Angehörige und einige vermeintliche Opfer des Skandals hätten massiv von den Machenschaften des Finanzbetrügers profitiert.

Sheehan sagte, nahe Verwandte Madoffs hätten die Investmentfirma des Betrügers "wie ein persönliches Sparschwein" benutzt. Großinvestoren hätten ihrerseits durch die Madoff-Betrügereien Milliarden von Dollar verdient. Die Investoren seien sich möglicherweise darüber im klaren gewesen, dass es bei den Geschäften nicht mit rechten Dingen zugehe. "Wir haben festgestellt, dass es da einige Leute gab, die mehr rausgeholt als reingesteckt haben", sagte Picard. CBS zufolge dürften die Prozesse diese Woche gegen die Madoff-Söhne Mark und Andrew, seinen Bruder Peter und seine Nichte Shana angestrengt werden.

Wie CBS berichtete, fand Picards Team heraus, dass die Madoff-Söhne und der Bruder des Betrügers binnen sieben Jahren 80 Millionen Dollar für Gehälter aus dem Firmenvermögen abzweigten. Madoffs Frau Ruth soll derweil Millionen an Firmengeldern zum Shoppen und für Extravaganzen aller Art ausgegeben haben. Die Madoff-Angehörigen haben den Vorwurf der Komplizenschaft von sich gewiesen. Sheehan zufolge waren sie aber zu gut über Madoffs Arbeit informiert, um nicht über den Betrug im Bilde gewesen zu sein. Ruth Madoff wurde von Picard bereits an die Kandare genommen. CBS zufolge muss sie ihm alle Ausgaben von mehr als 100 Dollar mitteilen. "Sie lebt sehr einfach", sagte Picard.

Picard hat den Auftrag, verschwundene Madoff-Milliarden aufzuspüren, damit echte Opfer - von denen viele ihr gesamtes Vermögen verloren - entschädigt werden könnten. Kurz vor seiner Festnahme und dem Zusammenbruch seines komplexen Schneeballsystems im vergangenen Dezember hatte Madoff seinen Kunden mitgeteilt, seine Firma verfüge über knapp 65 Milliarden Dollar. Picard und Sheehan gehen jedoch davon aus, dass Madoff nur über 36 Milliarden Dollar verfügte.

28. September 2009 - 13.32 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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