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Auch Autor Orhan Pamuk stand offenbar auf Todesliste der Dink-Mörder

AFP VOM 4.7.2012 | Nachrichten - Allgemein | 595 Aufrufe
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Dink, Pamuk, Mord, Türkei, Rechtsextremisten

Türkischer Rechtsextremist zeigt in Zeitungsinterview Reue

Türkische Rechtsextremisten wollten nach dem Mord an dem armenischstämmigen Journalisten Hrant Dink im Jahr 2007 offenbar auch Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk töten. Yasin Hayal, ein wegen des Dink-Mordes inhaftierter Rechtsradikaler, sagte der türkischen Zeitung "Taraf" vom Mittwoch, der Plan für den Mord an Pamuk sei wegen der internationalen Welle der Empörung nach dem Anschlag auf Dink aufgegeben worden. Hayal beschuldigte einen ehemaligen Polizeispitzel, die Ermordung des Schriftstellers vorbereitet zu haben.

Hayal war im Januar wegen seiner Verwicklung in den Dink-Mord zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dink war im Januar 2007 von dem damals minderjährigen Rechtsradikalen Ogün Samast erschossen wurden. Samast wurde zu 22 Jahren Haft verurteilt, Hayal und der ehemalige Polizei-V-Mann Erhan Tuncel kamen als mutmaßliche Anstifter ebenfalls vor Gericht. Während Hayal zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, erhielt Tuncel eine zehnjährige Haftstrafe und kam frei, weil das Gericht seine Strafe wegen der langen Untersuchungshaft als abgegolten ansah.

In dem Interview mit "Taraf" sagte Hayal nun, Ex-Spitzel Tuncel habe ihm gegenüber Dink und Pamuk als "gefährlich für die türkische Nation" bezeichnet. Nach Dink habe auch Pamuk ermordet werden sollen. Dink und Pamuk waren bei türkischen Rechtsextremisten wegen ihrer Forderung nach einer Aufarbeitung der türkischen Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg verhasst.

Bei einem Gerichtstermin kurz nach dem Dink-Mord hatte Hayal öffentlich eine Drohung gegen Pamuk ausgesprochen. Dazu sagte er in dem Interview, er bereue dies. Nach seiner Entlassung aus der Haft wolle er Pamuk besuchen und sich bei ihm entschuldigen.

© AFP Agence France-Presse GmbH 2012



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