Arzt in Frankreich wegen mehrerer Sterbehilfe-Fällen suspendiert
AFP VOM 18.11.2011 | Nachrichten - Allgemein | 418 Aufrufe Mehr zum Thema:Frankreich, Arzt, Sterbehilfe
In Frankreich ist ein Arzt vom Dienst suspendiert worden, der bei mindestens acht Patienten aktive Sterbehilfe geleistet haben soll. Der Notarzt einer Klinik im westfranzösischen Bayonne werde auch in einem neunten Fall verdächtigt, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Paris mit. Der Arzt, gegen den bereits seit August ermittelt wird, soll die Patienten vergiftet haben. Seit Mitte September steht der Arzt unter Aufsicht der Justiz und darf seinen Beruf nicht mehr ausüben. Er hatte versichert, dass er kein Verfechter der Sterbehilfe sei, sondern in Absprache mit den Familien das Leid der Patienten habe lindern wollen.
Untersucht wurden die Fälle von 19 verstorbenen Patienten, die in der Abteilung des Notarztes in der Klinik waren. In einer Patientenakte soll ausdrücklich die Behandlung mit dem Gift Curare erwähnt worden sein, hob das Gesundheitsministerium hervor. Das Ministerium fügte hinzu, dass Curare nicht zur Linderung von Schmerzen empfohlen sei. Lediglich bestimmte Methoden zur Linderung von Beschwerden am Lebensende, wobei eine Verkürzung des Lebens eine Folge sein könne, sei seit April 2005 gesetzlich erlaubt.
In Frankreich ist aktive Sterbehilfe verboten. Von Fall zu Fall dürfen Ärzte aber die Leiden unheilbar Kranker an deren Lebensende lindern, auch wenn dies zum Tode führen kann.
18.11.2011 - 13:30 Uhr


