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Argentinische Aktivisten identifizieren 105. "gestohlenes Baby"

AFP VOM 9.8.2011 | Nachrichten - Allgemein | 916 Aufrufe
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Menschenrechtler, Militärdiktatur, Argentinien, Babys

Neugeborene wurden während Militärdiktatur Dissidenten geraubt

Argentinische Menschenrechtler haben nach eigenen Angaben bislang 105 Fälle von Babys gelöst, die ihren Müttern während der Militärdiktatur geraubt worden waren. Als 105. Fall sei es gelungen, die Identität der heute 33 Jahre alten Laura Reinhold Siver zu klären, die ihrer Mutter 1978 in einem Folterzentrum der Militärjunta weggenommen worden sei, erklärte die Organisation Großmütter der Plaza de Mayo am Montag (Ortszeit).

Hilfsorganisationen zufolge wurden während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 rund 500 Kinder in Geheimgefängnissen oder Folterzentren gestohlen, weil ihre Eltern Dissidenten waren oder in Ungnade gefallen waren. Die Mütter wurden damals während der Schwangerschaft nur notdürftig am Leben gehalten. Während der Geburt wurde ihnen eine Haube über den Kopf gezogen, damit sie ihre Babys nicht sehen konnten, die ihnen direkt nach der Geburt weggenommen und zur Adoption an Beamte der Militärdiktatur vermittelt wurden. Später wurden die Frauen getötet - viele, indem sie lebendig nackt aus Militärflugzeugen über dem Meer abgeworfen wurden.

Der frühere Diktator Jorge Videla steht derzeit gemeinsam mit weiteren früheren Junta-Offizieren wegen des Raubs von Dissidenten-Babys vor Gericht. Videla wurde im vergangenen Dezember bereits wegen der Beteiligung an Mord, Folter und Entführung in 56 Fällen für schuldig befunden. Er wurde wegen Menschenrechtsbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt.

09.08.2011 - 02:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2011

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