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Argentiniens Zentralbankchef tritt im Streit mit Kirchner zurück - 1/1
AFP vom 30.01.2010   |   1388 Aufrufe   |   Rubrik: Nachrichten - International

Argentiniens Zentralbankchef tritt im Streit mit Kirchner zurück

Plan der Präsidentin zu Schuldentilgung erneut verurteilt

In dem seit Wochen andauernden Streit mit der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner hat Zentralbankchef Martín Redrado seinen Rücktritt erklärt. Er habe sich "definitiv entschlossen", das Amt niederzulegen und gehe "zufrieden mit der erbrachten Leistung", sagte Redrado am Freitag (Ortszeit) in Buenos Aires. Kirchner und Redrado lieferten sich in den vergangenen Wochen ein Tauziehen um den Plan der Präsidentin, Devisenreserven im Wert von 6,5 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) aus dem Fundus der Zentralbank zur Schuldentilgung zu verwenden. Kirchner rechtfertigte das Vorhaben mit dem internationalen Ansehen des Landes, Redrado widersetzte sich, weil die Zentralbank die Guthaben der Bevölkerung schützen müsse.

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Bei seiner Rücktrittserklärung übte Redrado erneut harsche Kritik an der Präsidentin. Sie trete die Institutionen des Landes mit Füßen und greife auf "das Ersparte aller Argentinier" zurück. Die Regierung erwiderte, Redrado könne gar nicht zurücktreten, da er bereits entlassen sei. Tatsächlich hatte Kirchner den Zentralbankchef am 7. Januar für abgesetzt erklärt, wogegen dieser aber zunächst juristisch vorging. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss soll sich am Dienstag dazu äußern, ob die Entlassung Redrados rechtmäßig war.

Argentiniens Ruf auf den Finanzmärkten ist seit der Verweigerung von Rückzahlungen im Zusammenhang mit dem Staatsbankrott 2001 angeschlagen. Redrado erhielt bei seinem Widerstand gegen den Zugriff auf die Devisenreserven Unterstützung aus dem Ausland, unter anderem vom Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet.

30. Januar 2010 - 04.34 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010



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