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Arbeitslosigkeit-Krankheit-Krankengeld

12.1.2015 Thema abonnieren
 Von 
Nimmersatt1984
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 24x hilfreich)
Arbeitslosigkeit-Krankheit-Krankengeld

Hallo zusammen,

folgende Situation:
Im februar 2014 wechselte ich meinen Job. ich arbeite nun für ein Unternehmen, dass sich leider nicht sonderlich um seine Mitarbeiter kümmert. Das Ergebnis ist nun, dass ich Dank erster massiver Anzeichen eines Burnouts meine Kündigung eingereicht habe. Ich bin demnach ab dem 01.04.2015 arbeitslos. Ich dachte ich würde sicher einen neuen Job finden, da ich in einem guten Wirtschaftsraum lebe. Nun musste ich mich leider doch krank schreiben lassen und mein Arzt hält es für wenig ratsam, dass ich nch einmal bei diesem Arbeitgeber zur Arbeit gehen kann, allerdings kann ich momentan auch nicht nach einem Job suchen, da ich psychisch einfach nicht in der Lage dazu bin.

Folgende Fragen stellen sich mir nun:
1. Nachdem ich selbst gekündigt habe, würde ich ja 3 Monate Sperrfrist vom Arbeitsamt erhalten, ändert sich das nun durch ein Attest meines Arztes und die Krankschreibung?

2. Wenn sich an meinem Zustand nichts ändern sollte, würde ich die letzten 6 Wochen bis zur Wirksamkeit meiner Kündigung, Krankengeld beziehen. Was erhalte ich dann nach Ablauf der Kündigungsfrist? Bekomme ich dann weiterhin Krankengeld, wenn es mir nicht besser geht oder bekomme ich dann Arbeitslosengeld (sofern doch keine Sperre verhängt wird)? Und ändert sich dann die Höhe des Krankengeldes weil ich ja eigentlich kein Entgeld mehr bekäme?

3. Wird die Höhe des Arbeitslosengeldes dann vom Bruttoarbeitslohn berechnet oder von der Höhe des Krankengeldes?

4. Sollte ich nun nach Wirksamkeit der Kündigung doch weiterhin Krankengeld bekommen und irgendwann wieder arbeitsfähig sein, hätte ich ja den Arbeitslosengeldanspruch. Wird die 3-monatige Sperre dann quasi im Anschluss an das Krankengeld umgesetzt oder verfällt sie in diesem Fall?

Entschuldigt bitte diese vielen Fragen aber ich war seit meinem Studium immer berufstätig und kenne mich deswegen mit ALG 1 nicht aus.

Danke

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-- Editiert Nimmersatt1984 am 12.01.2015 11:33

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3148 Beiträge, 2792x hilfreich)

1.
Besser wäre gewesen, wenn Sie sich erst ein Attest vom Arzt (Empfehlung der Arbeitsbeendigung) geholt und dann gekündigt hätten.

2.
Krankengeld.

Wichtig: Es darf keine Lücke (Folgebesch.) entstehen (nicht 1 Tag !!!) !!!

3.
Vom Brutto.

Bemessungszeitraum 12 Mo. - kann aber auch bei langer Krankheit auf 24 Mo. erweitert werden.

4.
Eine Sperrzeit wird nicht "angehängt".

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#2
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11320 Beiträge, 3385x hilfreich)

@Nimmersatt:

quote:
2.
Krankengeld.

Wichtig: Es darf keine Lücke (Folgebesch.) entstehen (nicht 1 Tag !!!) !!!


Zur Verdeutlichung: Du musst am letzten Tag der laufenden AU zum Arzt und selbige verlängern lassen. Also, z.B. AU bis 15.01. (Donnerstag), dann muss spätestens am 15.01. und nicht erst am 16.01. der Arzt aufgesucht und die AU verlängert werden.

Noch deutlicher wird's vielleicht am Wochenende: AU bis 17.01. (Samstag), dann muss der Arzt bereits spätestens am 16.01. zur Verlängerung der AU aufgesucht werden und nicht erst - weil Sonntag kein Arbeitstag ist - am Montag.

@hamburger:

Zu 3. und 4.: Bist Du Dir sicher? Ich ehrlich gesagt nicht, weiß es aber nicht genau. Rein von der Logig her würde ich es für richtig halten, das ALG vom Krankengeld zu berechnen, allein schon deshalb, weil meines Wissens der Bezug von Krankengeld ansich ja auch einen Anspruch auf ALG I auslösen kann, der zuvor gar nicht bestanden hat.

Und wenn die Sparrzeit nicht "angehängt" würde, dann wäre es für viele ja ein Leichtes, diese Sperrzeit zu umgehen.

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG II finden Sie auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info "

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#3
 Von 
Schnebi
Status:
Lehrling
(1064 Beiträge, 550x hilfreich)

@Axel:

ALG1 wird vom letzten Brutto berechnet, solande innerhalb des 2 JAhre umfassenden Bemessungszeitraums noch mindestens 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt liegen. Das Krankengeld spielt dann keine Rolle.

Liegen keine 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentelt im Bemessungszeitraum, so wird fiktiv nach Qualifikation bemessen. Auch hier spielt die Höhe des Krankenkgeldes keine Rolle.

Im Grunde genommen kann man auf diesem Weg der Sperrzeit auch nciht entgehen. HIer erfolgt die Kündigung aber ja einduetig aus gesundheitlichen Gründen. Solange der Arzt das bestätigt wird hier auch keine SPerrzeit verhängt werden. Im Normalfall macht es da auch cnihts aus, wenn der Arzt dies erst im nachhinein bestätigt.

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" Dieser Beitrag ist nur meine persönliche Meinung. Es handelt sich um keine Rechtsberatung!"

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#4
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3148 Beiträge, 2792x hilfreich)

@AxelK

zu 3.

Schnebi hat es völlig richtig erklärt.


zu 4.

Vielleicht habe ich mich hier missverständlich bzw. unvollständig ausgedrückt.

Es war gemeint, dass eine evtl. Sperrzeit nicht an die Anspruchsdauer "angehängt" wird.

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