Das Original seit 2000:
Erste Hilfe in Rechtsfragen.
340723
zufriedene Nutzer
Sie sind hier:  www.123recht.net » Nachrichten » Allgemein » 

Genscher soll im Lufthansa-Tarifstreit schlichten

AFP VOM 11.5.2001 | Nachrichten - Aktuelles | 3855 Aufrufe
Mehr zum Thema:

Lufthansa, Streik, Arbeitskampf, Arbeitskampfrecht

In dem festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Lufthansa setzen Piloten und Management nun auf das Schlichtungsverfahren. Die Rolle des Schlichters soll der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) übernehmen. Ein erneuter Streik der Piloten an diesem Donnerstag konnte abgewendet werden.

Zur Schlichtung hatten sich beide Tarifpartner entschlossen, nachdem am Dienstag auch die siebte Verhandlungsrunde ergebnislos abgebrochen worden war.
Der Lufthansa-Vorstand hatte zuletzt angeboten, das Grundgehalt der Piloten in diesem Jahr um 10,6 Prozent sowie um weitere drei Prozent innerhalb der vorgesehenen vierjährigen Laufzeit des Tarifvertrages zu steigern. Die Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) nahm eigenen Angaben zufolge ihre Forderungen zurück und verlangt noch Einkommenserhöhungen von 24 Prozent sowie eine Gewinnbeteiligung für 12 Monate.

Zuvor hatten die Piloten Gehaltsverbesserungen von 30 bis 35 Prozent verlangt und waren zur Durchsetzung ihrer Forderungen das erste Mal Anfang Mai für zwölf Stunden in den Ausstand getreten. Daraufhin hatten sich der Lufthansa-Vorstand und die Pilotenvereinigung Cockpit zunächst wieder an einen Verhandlungstisch gesetzt. Aber obwohl Lufthansa ihr Angebot nach eigenen Angaben deutlich aufgestockt hatte, verhärteten sich die Fronten am Mittwoch vorletzter Woche wieder. Die Tarifverhandlungen wurden erneut ausgesetzt.
Am Donnerstag, den 10. Mai, ab 0 Uhr blieben die Flugzeuge der Lufthansa dann zum zweiten Mal am Boden. Nach dem erneuten Scheitern der Tarifverträge streikten die Piloten für 24 Stunden. Mehr als 1000 Flüge sind nach Angaben der Gewerkschaft Cockpit ausgefallen.

Wie die Lufthansa-Unternehmensführung mitteilte, hatte der Streiktag der Kranich-Linie eigenen Schätzungen zufolge 50 Millionen Mark gekostet. Nicht beziffert werden konnten die Einbußen, die dem Unternehmen entstanden, weil Kunden aus Angst vor den Streiks ihre Flüge gar nicht erst bei der Airline gebucht hatten.

Sonntag letzter Woche wurden die Tarifverhandlungen über höhere Pilotengehälter zunächst fortgesetzt, nach vier Tagen jedoch wieder ergebnislos abgebrochen. Die Piloten machten daraufhin am Donnerstag zum dritten Mal ihre in der Urabstimmung beschlossene Drohung war, mindestens einmal pro Woche für 24 Stunden zu streiken, so lange keine Einigung mit der Lufthansa erzielt ist.

Die VC begründet ihre Forderung damit, dass das Einkommen des Cockpitpersonals bei Lufthansa international an vorletzter Stelle liege. Mit moderaten Lohnforderungen hätten alle Mitarbeiter seit 1990 zu Sanierung des damals angeschlagenen Unternehmens beigetragen. Nun sei es an der Zeit, die Piloten an der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung der Deutschen Lufthansa partizipieren zu lassen.

Das Schlichtungsverfahren war in anderen Tarifstreitigkeiten bisher ein erprobter Weg, um in scheinbar ausweglosen Tarifkonflikten doch noch eine Einigung zu erzielen. Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass sich durch einen neutralen Vermittler leichter ein Ergebnis erzielen lässt, bei dem keine der Parteien ihr Gesicht verliert.

123recht.net ist Rechtspartner von:

340723
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

97909
beantwortete Fragen
10
Anwälte jetzt
online
Rechtsanwalt
Wolfram Geyer
München
Arbeitsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Mietrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Zivilrecht
Quickie!
Ihre Meinung zählt.
Eine 50-Stunden-Woche ist bei Niedriglöhnern wie in den Chefetagen keine Seltenheit. Kennt Ihr das? Wie viele Stunden arbeitet Ihr ca. pro Woche?