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Arbeitgeber erwirkt Sperrzeit von 3 Monaten!

2.1.2013 Thema abonnieren Zum Thema: Sperrzeit
 Von 
PhilippDD
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitgeber erwirkt Sperrzeit von 3 Monaten!

Vorab, es geht nicht um mich, es geht um einen Kumpel, der gerade etwas durchmacht. Mit seiner Erlaubnis darf ich Ihnen diese Frage stellen.
Ein Arbeitgeber (Zeitarbeitsfirma) bietet eine auf 4 Wochen befristete Tätigkeit an. Mein Kumpel lehnt nicht direkt ab, er hat mehrere Vergleichsangebote bei anderen Firmen und hat dadurch eine Gehaltsvorstellung im Kopf. Diese Gehaltsvorstellung gibt er der Zeitarbeitsfirma bekannt, diese ist zu hoch usw. Wütend schmeißt der Personaldisponent meinen Kumpel raus mit dem Kommentar, das Arbeitsamt werde sich freuen. Jetzt, 2 Monate später bekommt er einen Bescheid, dass er 3 Monate Sperrzeit bekommt und Lebensmittelgutscheine beantragen könne, er wäre auch nicht mehr krankenversichert, bis er diese Scheine beantragt. Er bekommt ALG II.
Er sprach mit dem zuständigen Arbeitsamt, dort sagte man ihm dass der Disponent mehrfach angerufen habe und sich über seine unverschämte Gehaltsvorstellung ärgere und nun mehrfach Konsequenzen fordere. Ebenso stellte sich heraus, dass die Firma für die Zeit von ! 4 Wochen ! anstellung, den Arbeitnehmer durch die Agentur fördern lassen wollte, sprich, sie wollten Geld vom Steuerzahler, damit die Leute ausgebeutet werden und sich dann sanieren.

Was soll das?

Nun Meine Frage:

1) Darf der Arbeitgeber einfach ohne Einwilligung personenbezogene Informationen an das Arbeitsamt weitergeben?

2) Ist es ratsam für ihn, auch außerhalb der Frist des Arbeitsamtes, einen Anwalt damit vertraut zu machen und eventuell gegen die Zeitarbeitsfirma eine Schadenersatzklage anzustreben?

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Sperrzeit


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
PhilippDD
Status:
Frischling
(32 Beiträge, 0x hilfreich)

Wo stellt man einen Überprüfungsantrag und ist dieser noch nach Ablauf der Frist wirksam? Vielen Dank

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#2
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15835 Beiträge, 6179x hilfreich)

"Ebenso stellte sich heraus, dass die Firma für die Zeit von ! 4 Wochen ! anstellung, den Arbeitnehmer durch die Agentur fördern lassen wollte, sprich, sie wollten Geld vom Steuerzahler, damit die Leute ausgebeutet werden und sich dann sanieren."

Soviel als erstes, das Geld hätte die Firma sowieso nicht gekriegt. So doof sind nicht mal manche Mitarbeiter im Jobcenter.
:devil:

Wie hoch war denn die Gehaltsvorstellung, so im Abgleich mit den Arbeitsangeboten?

"1) Darf der Arbeitgeber einfach ohne Einwilligung personenbezogene Informationen an das Arbeitsamt weitergeben?"
So allgemein bezogen kann die Antwort nur JEIN lauten.
Wenn es um die Frage geht, ob ein Arbeitgeber dem Jobcenter mitteilen darf, weshalb er einen Bewerber abgelehnt hat, dann darf er das.

Einen Überprüfungsantrag stellt man bei derselben Behörde, die Anträge vorher negativ beschieden hat. Mit einem Einschreiben wird das dann hilfreich untermauert und ist wenigstens bei der Behörde eingegangen.





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#3
 Von 
muemmel
Status:
Heiliger
(21751 Beiträge, 11570x hilfreich)

Was für einen "Überprüfungsantrag"? Meinen Sie einen Einspruch? Wieso ist da die Frist um, wenn er jetzt gerade den Sperrfristbescheid bekommen hat? Und Schadensersatz wegen einer zulässigen Sperrfrist, gegen die er scheinbar kein Rechtsmittel eingelegt hat, bekommt er todsicher nicht.

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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#4
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15835 Beiträge, 6179x hilfreich)

Dieser Überprüfungsantrag:
SGBX
§ 44
Rücknahme eines rechtswidrigen nicht begünstigenden Verwaltungsaktes

(1) Soweit sich im Einzelfall ergibt, dass bei Erlass eines Verwaltungsaktes das Recht unrichtig angewandt oder von einem Sachverhalt ausgegangen worden ist, der sich als unrichtig erweist, und soweit deshalb Sozialleistungen zu Unrecht nicht erbracht oder Beiträge zu Unrecht erhoben worden sind, ist der Verwaltungsakt, auch nachdem er unanfechtbar geworden ist, mit Wirkung für die Vergangenheit zurückzunehmen. Dies gilt nicht, wenn der Verwaltungsakt auf Angaben beruht, die der Betroffene vorsätzlich in wesentlicher Beziehung unrichtig oder unvollständig gemacht hat.

Wieso nun die Frist schon abgelaufen sein könnte, obwohl der Bescheid gerade ergangen ist, das weiß nur einer hier....

-- Editiert hamburgerin01 am 03.01.2013 00:46

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