Anwalt von zu Steinigung verurteilter Frau im Iran verschwunden
AFP VOM 26.7.2010 | Nachrichten - International | 749 Aufrufe Mehr zum Thema:Steinigung, Iran
Opposition: Behörden scheiterten mit Verhaftungs-Versuch
Im Iran haben Sicherheitsbeamte der Opposition zufolge versucht, den Anwalt einer wegen Ehebruchs zum Tode durch Steinigung verurteilten Frau zu verhaften. Der Anwalt Mohammed Mostafai sei aber nicht in seinem Büro gewesen, als die Beamten am Samstag mit einem Haftbefehl erschienen seien, berichtete die Oppositions-Webseite Rahesabs am Sonntag. Seitdem fehle von Mostafai jede Spur. Auch Versuche der Nachrichtenagentur AFP, den Anwalt zu erreichen, schlugen fehl. Sein Handy war ausgeschaltet.
Mostafai hatte die 43-jährige Sakineh Mohammadi-Aschtiani verteidigt. Die zweifache Mutter war nach Angaben Mostafais und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International im Mai 2006 zu 99 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie nach dem Tod ihres Ehemannes eine "unrechtmäßige Beziehung" zu zwei Männern gehabt haben soll. Während eines Prozesses im September desselben Jahres gegen einen Mann, der des Mordes an ihrem Ehemann beschuldigt wurde, wurde sie schließlich wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt. Das Steinigungsurteil stieß international auf heftige Kritik. Der Chef der iranischen Justizbehörden, Sadek Laridschani, setzte die Steinigung daraufhin Mitte Juli vorerst aus.
Rahesabs zufolge wurde Mostafai, der sich in seinem Land auch für die Menschenrechte einsetzte, in den vergangenen Tagen zweimal zu Befragungen einbestellt. Noch am Samstagabend wurden demnach Mostafais Ehefrau und deren Bruder in der Nähe des Büros festgenommen.
26. Juli 2010 - 10.51 Uhr
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