Anwalt: Museumsplünderer Breitwieser unternahm Selbstmordversuch
AFP VOM 7.1.2005 | Nachrichten - International | 7923 Aufrufe Mehr zum Thema:Kunstdiebstählen, Kunst, Diebstahl, Kunstdiebstahl
Der elsässische Museumsplünderer Stéphane Breitwieser hat nach Angaben seines Anwalts am Rande seines Strafprozesses einen Selbstmordversuch in der Haft unternommen. Sein "zutiefst depressiver" Mandant habe versucht, sich in der Nacht in seiner Mülhauser Zelle zu erhängen, sagte Anwalt Thierry Moser der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in einer Verhandlungspause im Straßburger Justizpalast. Ein Mithäftling habe den 33-Jährigen aber noch rechtzeitig entdeckt und die Gefängniswärter alarmiert. Breitwieser sei "am Ende, es ist Zeit, dass dieser Prozess zu Ende geht", sagte Moser.
Der Prozess um einen der spektakulärsten Fälle in der Geschichte der Kunstkriminalität war am Morgen wieder aufgenommen worden. Dabei gab Breitwieser mehrfach ausweichende Anworten und verwies dazu ohne weitere Angaben auf das, was "diese Nacht passiert ist". Der Kunst-Kleptoman hatte zuvor gestanden, bei Raubzügen durch Museen, Kirchen und Versteigerungshallen in sieben europäischen Ländern zwischen 1994 und 2001 mehr als 230 Ausstellungsstücke erbeutet zu haben. Seine Mutter vernichtete einen Teil der unschätzbaren Sammlung. Sie muss sich wie Breitwiesers Ex-Freundin wegen Hehlerei verantworten. Das Urteil wurde für Freitagabend erwartet.
7. Januar 2005 - 11.29 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2005
Seiten in diesem Artikel: Seite 1: Straßburger Gericht verurteilt Museumsplünderer zu drei Jahren HaftSeite 2: Museumsplünderer und zerstörungswütiger Mutter drohen harte StrafenSeite 3: Keine Reue und viel SelbstmitleidSeite 4: Anwalt: Museumsplünderer Breitwieser unternahm Selbstmordversuch


