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Anwalt: Daschner sprach nicht mit Innenminister über Gewaltdrohungen

AFP VOM 16.11.2004 | Nachrichten - Vor Gericht | 2649 Aufrufe
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Daschner

- Polizei-Vizepräsident will am Donnerstag Aussage machen

Der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) ist im Zusammenhang mit der angeblichen Rückendeckung aus seinem Ministerium für die Folterdrohungen im Mordfall Jakob von Metzler entlastet worden. Der wegen der Drohungen angeklagte Frankfurter Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner habe weder mit Bouffier noch mit dem damaligen Innen-Staatssekretär und heutigen Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) darüber gesprochen, sagte Daschners Anwalt Eckart Hild am Dienstag in Frankfurt am Main auf Anfrage. Anfang der Woche waren erneut Spekulationen aufgetaucht, wonach der Polizei-Vize im Innenministerium für sein Vorgehen Rückendeckung erhalten haben soll.

Daschner hatte im Oktober 2002 angeordnet, dem mittlerweile verurteilten Mörder Magnus Gäfgen bei seiner Vernehmung Schmerzen anzudrohen, wenn er den Aufenthaltsort des entführten Jakob nicht preisgebe. Die Ermittler hofften damals noch, den Elfjährigen lebend zu finden. Der von seinen Aufgaben entbundene Polizei-Vizepräsident muss sich ab Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt am Main wegen Verleitung zur Nötigung verantworten.

Daschner habe im "normalen Berichtsweg" an seine direkten Vorgesetzten berichtet, welche Maßnahmen die Polizeiführung plane, sagte Hild. Dabei habe er auch darauf hingewiesen, dass über die Anwendung "unmittelbaren Zwangs" nachgedacht werde. Daschner will sich nach Angaben seines Anwalts am Donnerstag zu den Vorwürfen äußern und dabei auch auf die Unterrichtung seiner Vorgesetzten eingehen. Der 61-Jährige werde aber keine Namen nennen, sagte Hild.

16. November 2004 - 16.18 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2004




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