Anwalt von Kachelmann will gegen Bundespolizei klagen
AFP VOM 28.3.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1501 Aufrufe Mehr zum Thema:Kachelmann, Bundespolizei
Festnahme des Moderators wochenlang vorbereitet
Der Anwalt des unter Vergewaltigungsverdacht stehenden TV-Wetter-Moderators Jörg Kachelmann will gegen die Bundespolizei klagen. "Wir werden gegen die Bundespolizei vorgehen, weil sie rechtswidrig den Namen von Kachelmann preisgegeben hat", sagte der Strafverteidiger Reinhard Birkenstock dem "Spiegel". Die Ermittler bereiteten dem Bericht zufolge die Festnahme des 51-Jährigen wochenlang vor.
Kachelmann war am Samstag vor einer Woche auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden, weil er seine langjährige Freundin nach einem Streit Anfang Februar in deren Wohnung gewaltsam zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben soll. Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt gegen den 51-Jährigen und hatte beim Amtsgericht einen Haftbefehl gegen den bekannten Moderator erwirkt. Kachelmann selbst bestreitet die Vorwürfe. Zum Zustand seines Mandanten in der Untersuchungshaft erklärte Birkenstock: "Das Wissen um seine Unschuld hält ihn aufrecht."
Kachelmanns Festnahme war laut "Spiegel" von langer Hand geplant. Die Beamten der "Soko Flughafen" hätten die "geheime Kommandoaktion" drei Wochen lang vorbereitet. Sie wussten demnach, dass Kachelmann bereits einen Tag früher aus Vancouver ankommen würde und sperrten 24 Stunden zuvor die Parkhaus-Schotte am Flughafen, wo er sein Auto geparkt hatte. Der Moderator hatte bei den Olympischen Winterspielen in Kanada über das Wetter berichtet.
Wie der "Spiegel" weiter berichtet, warteten nach Kachelmanns Ankunft in Frankfurt Kriminalbeamte aus Schwetzingen an seinem Wagen, während Frankfurter Polizisten ihn observierten. Kachelmann habe sich zunächst mit einer Frau getroffen, mit der er gemeinsam die Heimreise antreten wollte. An seinem Wagen sei er dann gegen 11.40 Uhr festgenommen worden.
Im Bericht des Polizeipräsidiums Frankfurt heißt es dem Bericht zufolge: Es sei "eindrucksvoll unter Beweis gestellt" worden, dass es gelingen könne, "an einem so offiziellen Platz wie dem Frankfurter Flughafen" eine "Person der Öffentlichkeit festzunehmen, ohne dass die Öffentlichkeit davon etwas mitbekommt".
28. März 2010 - 11.23 Uhr
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