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Anwalt stemmt sich gegen Polanskis Auslieferung an die USA

AFP VOM 28.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 913 Aufrufe
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Polanski

Frankreich und Polen setzen sich für Regisseur ein

Der in der Schweiz inhaftierte Oscarpreisträger Roman Polanski will seine Auslieferung an die USA verhindern. In Anbetracht "erschwerender Umstände" bei der Verhaftung forderten seine Verteidiger die unverzügliche Freilassung des französisch-polnischen Filmemachers, erklärte sein Anwalt Hervé Temime. Polanski soll sich wegen einer über dreißig Jahre zurückliegenden Vergewaltigung verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles beharrt indes auf eine Auslieferung.

Die Verteidigung halte das Auslieferungsgesuch der US-Justiz für rechtswidrig, erklärte Polanskis französischer Anwalt. "Menschlich erscheint es mir unerträglich, dass ein 76-jähriger Mann, der offensichtlich keine Gefahr für die Gesellschaft darstellt, wegen eines mehr als 30 Jahre zurückliegenden Vorfalls auch nur eine Nacht im Gefängnis verbringen soll." Polanskis Frau, die französische Schauspielerin Emmanuelle Seigner, und seine Kinder seien über die Festnahme "sehr schockiert". Nach Angaben des Anwalts war Polanski in den vergangenen Jahren wiederholt in die Schweiz gereist - der Regisseur besitzt in Gstaad ein Ferienhaus - ohne jemals behelligt worden zu sein.

Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner äußerte Unverständnis über das Vorgehen von Polizei und Justiz. Gemeinsam mit seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski habe er in einem Schreiben an US-Außenministerin Hillary Clinton die Freilassung des Filmemachers gefordert, sagte Kouchner im Radiosender France Inter. Polanski besitzt die französische und die polnische Staatsangehörigkeit. Namhafte Vertreter der Filmbranche wie der chinesische Starregisseur Wong Kar Wai forderten seine Freilassung. Die "Verbissenheit", mit der die US-Justiz den Jahrzehnte zurückliegenden Fall verfolge, sei ihnen unverständlich, hieß es in der Petition.

"Wir werden ein Auslieferungsgesuch vorbereiten", teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft unterdessen in Los Angeles mit. Dieses werde dann dem Justiz- und dem Außenministerium in Washington übermittelt - "und geht dann seinen diplomatischen Weg".

Polanski war am Samstag bei seiner Einreise in die Schweiz überraschend festgenommen worden. Er hätte am Sonntag beim Internationalen Filmfest in Zürich für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden sollen und wurde in Abwesenheit geehrt. Der Filmemacher hatte sich 1977, im Alter von damals 43 Jahren, in den USA an einer 13-Jährigen vergangen. Er bekannte sich schuldig und saß dafür zunächst 47 Tage im Gefängnis, floh aber vor Urteilsverkündung nach Frankreich.

28. September 2009 - 18.53 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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