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Anpruch auf Erbteil ?

1.1.2013 Thema abonnieren Zum Thema: Erbteil
 Von 
tom65
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Anpruch auf Erbteil ?

Im laufe von 53 Ehejahren sind auf mehreren Konten ( Sparbuch Bausparvertrag usw. ) ein Guthaben von circa 70.000 Euro entstanden.
Jetzt ist die Mutter verstorben.
Normalerweise hätte die einzige Tochter ja Anspruch auf ihren gesetzlichen Erbteil, aber es hat sich jetzt rausgestellt, dass alle Konten nur auf den Namen des Vaters laufen, selbst das Girokonto wo beide Gehälter und Renten eingegangen sind und von dem die Sparverträge bezahlt wurden.
Besteht trotzdem ein Anspruch und wie geht man dann vor ?

Wünsche allen ein frohes neues Jahr

MfG

tom


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Nicht genau ihre Frage? Wir haben 96 weitere Fragen zum Thema
Erbteil


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
TiA2010
Status:
Praktikant
(983 Beiträge, 407x hilfreich)

Erst einmal - gibt es ein Testament, dass die Tochter vom Erbe ausschließt? Nur dann wäre sie pflichtteilsberechtigt (auszahlbar in Geld), ansonsten ist sie ganz normale Erbin geworden.
Zum Erbe gehört alles, was der Mutter gehört, d.h. nicht die Verträge. Hier gäbe es nur ggf. einen Anspruch auf die Beiträge, die von der Mutter zu den Verträgen bezahlt wurden (Pflichtteilsergänzungsanspruch), dies wäre ggf. durch Daueraufträge/Lastschriftverfahren usw. nachzuweisen.
Nehmen wir mal gesetzliches Erbe an: 50 % von 70.000 ist 35.000 und davon dann wieder 50 % wären 17.500,- Bei Pflichtteil wären es wieder nur 50 % = 8.250 € - ist diese Summe, falls es denn überhaupt soviel wäre, es wirklich wert, sich gerichtlich zu streiten?

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#2
 Von 
tom65
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal danke für die schnelle Antwort. Ein Testament gibt es nicht. Hatte ich vergessen zu schreiben.
Es geht auch nicht darum irgendetwas auf dem Klageweg zu erreichen.Meiner Meinung nach müsste nur das was während der Ehe erwirtschaftet und angespart wird auch der Mutter mitgehören und somit zum gestzlichen Erbteil der Tochter werden wenn kein Testament vorliegt.Schließlich hat sie ja auch über 40 Jahre mit ihrem Lohn/Rente dafür gesorgt das etwas gespart werden konnte.

MfG

tom

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#3
 Von 
cruncc1
Status:
Master
(4247 Beiträge, 2381x hilfreich)

Meiner Meinung nach müsste nur das was während der Ehe erwirtschaftet und angespart wird auch der Mutter mitgehören...
Da irrst du dich!

Beim gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft behält jeder sein eigenes Vermögen (und seine Schulden). Maßgeblich ist, auf wen Konten laufen. Gemeinschaftkonten gehören Ehegatten je älftig.

Da hier wohl alle Konten auf den Vater laufen, "gehört" alles dem Vater. Du müsstest nachweisen, welche Beträge von deiner Mutter stammen.

-- Editiert cruncc1 am 01.01.2013 16:15

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#4
 Von 
TiA2010
Status:
Praktikant
(983 Beiträge, 407x hilfreich)

Übrigens ist es nicht unnormal bei Menschen dieses Alters, dass alles nur auf den Namen des Mannes läuft. Deine Eltern sind noch aus der Generation, wo der Ehemann die Arbeitsstelle der Ehefrau kündigen konnte - sogar ohne diese zu informieren.
Und auch wenn wir es moralisch als richtig betrachten, das eigentlich alles beiden gehören müsste - dann müssten wir moralisch auch sagen, wieso gehört etwas den Kindern, bevor beide Eltern gestorben sind?


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-- Editiert TiA2010 am 02.01.2013 19:37

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