Anklage gegen weiteren Ex-Siemens-Vorstand
AFP VOM 14.6.2011 | Nachrichten - Allgemein | 961 Aufrufe Mehr zum Thema:Siemens
Vorwurf: Schmiergeldzahlungen bei Argentinien-Projekt
Im Schmiergeld-Skandal bei Siemens hat die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen einen früheren Vorstand des Elektronikkonzerns erhoben. Dem Beschuldigten werden Untreue-Straftaten im Zusammenhang mit der Betreuung der Region Amerika als seinem früheren Geschäftsbereich vorgeworfen, wie die Anklagebehörde mitteilte, ohne einen Namen zu nennen. Medienberichten zufolge handelt es sich um Uriel Sharef. Im Mittelpunkt des Skandals steht ein Mitte der 1990er Jahre vom argentinischen Staat ausgeschriebenes Projekt zur Herstellung und Verteilung von fälschungssicheren Ausweisen.
Für das später gescheiterte Projekt hatten mehrere Tochtergesellschaften von Siemens den Zuschlag erhalten, wobei verschiedene Schmiergeldvereinbarungen mit damaligen Regierungsvertretern und entsprechende Scheinverträge abgeschlossen worden waren. Nach Bekanntwerden der schwarzen Kassen im Jahr 2006 richtete sich der Verdacht auch gegen Ex-Präsident Carlos Menem, der von 1989 bis 1999 im Amt war.
Im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Schmiergeldskandal bei Siemens war im Mai der Prozess gegen den Ex-Vorstand Thomas Ganswindt gegen Zahlung von 175.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen eingestellt worden. Ganswindt hatte in dem Münchner Verfahren zuvor eine Mitverantwortung in dem Schmiergeldskandal und am System schwarzer Kassen eingeräumt. Siemens-Mitarbeiter hatten über mehrere Jahre ein System schwarzer Kassen geführt, aus dem im Wettbewerb um Aufträge Schmiergelder an Kunden flossen. Insgesamt soll der Konzern 1,3 Milliarden Euro Schmiergeld gezahlt haben.
14.06.2011 - 18:31 Uhr
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