Der Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk rückt näher. Die Staatsanwaltschaft München erhob gegen den 89-Jährigen Anklage wegen Beihilfe zum Mord in insgesamt 27.900 Fällen. Allerdings ist noch offen, wann das Verfahren gegen Demjanjuk beginnen könnte.
Die Staatsanwaltschaft verwies erneut darauf, dass nach den vorliegenden ärztlichen Gutachten von der Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten ausgegangen werde. Allerdings hätten die Ärzte empfohlen, die tägliche Verhandlungsdauer auf zweimal eineinhalb Stunden zu beschränken. Die weiteren Entscheidungen liegen nun beim Landgericht München II. Wann über die Anklage und einen möglichen Prozessbeginn entschieden wird, ist nach Angaben einer Gerichtssprecherin noch offen.
Der Leiter des Büros des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Ephraim Zuroff, zeigte sich zufrieden über die Anklageerhebung. Er sei erfreut, dass der Prozess vorankomme, erklärte Zuroff. Von dem Fall gehe die sehr wichtige Botschaft aus, dass Kriegsverbrechen auch heute noch verfolgt würden.
Demjanjuk war Anfang Mai nach einem monatelangen juristischen Tauziehen aus den USA nach Deutschland ausgeliefert worden. Er soll 1943 für ein halbes Jahr KZ-Wächter im NS-Vernichtungslager Sobibor gewesen sein. Vergangene Woche hatte das Bundesverfassungsgericht die Auslieferung aus den USA nach Deutschland für rechtens erklärt.
13. Juli 2009 - 17.10 Uhr
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