Anklage gegen Ex-Blackwater-Mitarbeiter wegen Mordes in Afghanistan
AFP VOM 8.1.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1096 Aufrufe Mehr zum Thema:Blackwater
US-Justiz rollt Vorfall mit zwei Toten vom Mai 2009 in Kabul auf
Zwei ehemalige Mitarbeiter der in der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush florierenden Sicherheitsfirma Blackwater sind in den USA wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt worden. Wie das Justizministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, wird ihnen zur Last gelegt, am 5. Mai 2009 in Kabul zwei Afghanen getötet und einen weiteren verletzt zu haben. Ihnen droht die Todesstrafe.
Festgenommen wurden die beiden Männer im Alter von 27 und 29 Jahren den Angaben zufolge am Donnerstag in Corpus Christi in Texas und in Virginia Beach in Virginia. Die beiden Männer arbeiteten für Paravant LLC, eine Filiale der privaten Firma Blackwater, die sich inzwischen Xe nennt. Ihre Aufgabe bestand darin, im Auftrag des Verteidigungsministeriums in Kabul afghanische Soldaten an der Waffe auszubilden.
Über den genauen Hergang der Ereignisse vom 5. Mai 2009 wurde wenig bekannt. Die tödlichen Schüsse fielen an einer Straßenkreuzung in der afghanischen Hauptstadt. Die Namen der Getöteten wurden mit Rahib Mirsa Mohammed, auch Rahib Helaludin genannt, sowie mit Romal Mohammed Naiem angegeben. Vor den Todesschüssen soll sich ein Verkehrsunfall ereignet haben.
Xe-Sprecher Mark Corallo sagte der "Washington Post", sein Unternehmen habe "sofort und umfassend" bei den Anstrengungen zur Aufklärung des "tragischen Vorfalls" mit den Behörden zusammengearbeitet. Die beiden nun unter Anklage stehenden Ex-Mitarbeiter seien wegen "Verletzung der Unternehmensrichtlinien" entlassen worden.
Gewalttaten von Blackwater-Angestellten beschäftigten inzwischen wiederholt die Justiz. Am 31. Dezember war in den USA der Prozess gegen fünf frühere Blackwater-Angestellte geplatzt, die wegen des Todes von mindestens 14 Zivilisten bei einer Schießerei in Bagdad im September 2007 angeklagt waren. Ein Bundesgericht entschied, dass die Vorwürfe auf nicht zulässigen Beweismitteln beruhten. Die irakische Regierung kündigte daraufhin an, dass sie eigene juristische Schritte gegen die Wachmänner einleiten werde.
Ende März 2004 wurden in Falludscha im Irak vier Blackwater-Angestellte von einer wütenden Menschenmenge umgebracht. Blackwater soll im Jahr 2004 auch an Kommandoaktionen in Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst CIA beteiligt gewesen sein, bei denen El-Kaida-Mitglieder in Irak und in Afghanistan gefangengenommen oder getötet werden sollten.
8. Januar 2010 - 13.10 Uhr
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