Angreifer von Deutschem in Jordanien womöglich unzurechnungsfähig Seite 1 - AFP vom 04.05.2008
Angreifer von Deutschem in Jordanien womöglich unzurechnungsfähig
Nach dem Messerangriff auf einen deutschen Touristen in Jordanien soll der mutmaßliche Täter nun psychiatrisch untersucht werden. Dies habe der Sicherheitsgerichtshof am Sonntag in Amman entschieden, sagte der Nachrichtenagentur AFP ein Justizmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. "Dabei soll sein Geisteszustand untersucht werden." Die Untersuchung durch einen Psychiater sei von der Verteidigung beantragt worden. Nach Ansicht seines Anwalts war der Verdächtige womöglich nicht zurechnungsfähig.
Der Jordanier hatte nach Angaben von Ermittlern Mitte März in der Nähe der El-Husseini-Moschee im Zentrum Ammans einen deutschen Touristen mit einem Messer angegriffen. Das 63-jährige Opfer musste operiert werden, er hat inzwischen das Krankenhaus aber wieder verlassen. Der Täter wurde derweil wegen Terrorismusverdachts angeklagt. Der Militärstaatsanwalt wirft dem 35-Jährigen nach Angaben aus Justizkreisen unter anderem einen "terroristischen Akt" vor.
Ursprünglich hatte der jordanische Innenminister Eid Fajes einen terroristischen Hintergrund der Tat ausgeschlossen. Der Angreifer, der umgehend festgenommen wurde, sei offensichtlich psychisch gestört gewesen, sagte er unmittelbar nach der Tat im Fernsehen. "Diese Dinge können in jedem Land vorkommen." Jordanien gilt als eines der sichersten Länder in der arabischen Welt. Es entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Reiseziel.
Oliver Scheich, Weingarten beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht, Zivilrecht und hat Interessensschwerpunkte: Vertragsrecht, Arbeitsrecht.