Das Original seit 2000:
Erste Hilfe in Rechtsfragen.
340723
zufriedene Nutzer
Sie sind hier:  www.123recht.net » Nachrichten » International » 

Angeklagter: Flugzeugentführung war nur ein Missverständnis

AFP VOM 23.5.2008 | Nachrichten - Nachrichten | 1580 Aufrufe
Mehr zum Thema:

Stewardess, Flugzeugentführer, Knete, Panik

"Stewardess geriet wegen Arabisch und Knetgummi in Panik"

Die angebliche Entführung einer türkischen Passagiermaschine mit 136 Menschen an Bord war nach Angaben eines der beiden mutmaßlichen Luftpiraten nur ein Missverständnis. Er habe weder ein Flugzeug entführen wollen, noch habe er Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida, sagte der Angeklagte Mehmet Resat Özlü nach Presseberichten vom Freitag vor Gericht in Antalya. Laut Özlü war eine Überreaktion der Flugzeugbesatzung die Ursache für den Zwischenfall im August: Er habe sich mit seinem Mitangeklagten, dem aus den Philippinen stammenden Mümin Abdül Aziz Talikh, auf Arabisch unterhalten. Das habe eine Stewardess so in Panik versetzt, dass sie zu schreien begonnen habe und zum Piloten gelaufen sei. "Wir konnten uns nicht verständlich machen."

Das Flugzeug der Gesellschaft Atlasjet war auf dem Flug vom türkischen Teil Zyperns nach Istanbul und landete nach den Ereignissen an Bord außerplanmäßig in Antalya. Dort flüchteten Mannschaft und viele Passagiere aus der Maschine, Özlü und Talikh wurden verhaftet. In damaligen Medienberichten hieß es, die beiden Entführer seien Al-Kaida-Terroristen, wollten nach Teheran und hätten Plastiksprengstoff bei sich. In Wirklichkeit handelte es sich dabei um Spielzeug-Knetmasse, sagte der 27-jährige Özlü jetzt vor Gericht: Sein Mitangeklagter Talikh, den er vor drei Jahren in Zypern kennengelernt habe, forme als Hobby Tierfiguren aus Knetmasse.

Beiden Männern drohen in dem Prozess lebenslange Haftstrafen. Özlü betonte, sein im Polizeiverhör abgelegtes Geständnis sei unter Zwang entstanden. "Wir wollten nicht, dass (die Maschine) landet. Wir haben das Flugzeug nicht entführt," sagte Özlü.

23. Mai 2008 - 12.03 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2008


123recht.net ist Rechtspartner von:

340723
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

97909
beantwortete Fragen
10
Anwälte jetzt
online
Rechtsanwalt
Dr. Ulrich Höpfner
Fulda
Internetrecht, Arbeitsrecht, Krankenversicherung, Urheberrecht, Datenschutzrecht
Quickie!
Ihre Meinung zählt.
Eine 50-Stunden-Woche ist bei Niedriglöhnern wie in den Chefetagen keine Seltenheit. Kennt Ihr das? Wie viele Stunden arbeitet Ihr ca. pro Woche?