
Im Prozess um den mutmaßlichen Sexualmord an einer britischen Austauschstudentin im italienischen Perugia haben die beiden Hauptangeklagten erneut ihre Unschuld beteuert. Sie befürchte, für etwas zur Verantwortung gezogen zu werden, was sie nicht getan habe, sagte die 22-jährige US-Studentin Amanda K. am Donnerstag nach den Schlussplädoyers von Anklage und Verteidigung. Sie sei "enttäuscht, traurig und frustriert", sagte sie mit zitternder Stimme weiter. Ihr Mitangeklagter Raffaele S. hatte kurz zuvor ebenfalls seine Unschuld beteuert. Er sei in der Mordnacht nicht einmal in der Tatwohnung gewesen, sagte der 25-Jährige.
Raffaele S. und seine damalige Freundin sind des Mordes an der 21-jährigen Meredith K. angeklagt. Die junge Britin war am 2. November 2007 halbnackt und mit durchschnittener Kehle in der Wohnung gefunden worden, die sie gemeinsam mit der US-Studentin und zwei Italienerinnen in der Universitätsstadt Perugia bewohnte. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wurde sie getötet, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen. Laut Anklage sollen Amanda K. und Raffaele S. unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen die Britin erstochen haben, während sie von einem weiteren jungen Mann, Rudy G., festgehalten wurde. Rudy G. wurde wegen Beteiligung an dem Mord bereits zu 30 Jahren Haft verurteilt. Auch er hatte auf unschuldig plädiert.
Die Staatsanwaltschaft fordert für die beiden nunmehr vor Gericht stehenden Angeklagten lebenslange Haft. Die Verteidigung dagegen verlangt Freispruch. Sie argumentiert, die Indizien reichten nicht aus, um ihre Schuld klar nachzuweisen. Am Freitag wollten die beiden Richter und sechs Geschworenen mit ihren Beratungen beginnen, mit dem Urteil wird noch für denselben Tag gerechnet.
3. Dezember 2009 - 18.48 Uhr
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