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Amokläufer von Ansbach befasste sich schon früher mit Amokläufen

AFP VOM 27.4.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 674 Aufrufe
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Amoklauf

Tatort im Carolinum-Gymnasium gilt in Schule als "Horrorstock"

Der wegen versuchten Mordes in 47 Fällen angeklagte Amokläufer von Ansbach hat sich bereits vor seiner Tat mit Amokläufen befasst. Ein Lehrer sagte am Dienstag in seiner Zeugenvernehmung vor dem Landgericht Ansbach aus, der 19-Jährige habe im Deutschunterricht auf eigenen Wunsch eine Facharbeit über Amokläufe schreiben wollen, wie eine Justizsprecherin aus der nicht-öffentlichen Sitzung berichtete. Seine Kollegin habe damals bei ihm um Rat gebeten, wie mit der Bitte umzugehen sei. Dann sei dem Jungen beschieden worden, dass dies kein Thema für das Fach Deutsch sei.

Wie der Lehrer den Angaben zufolge weiter sagte, sind die Auswirkungen der Tat vom vergangenen September für das betroffene Carolinum-Gymnasium nach wie vor "immens". Der dritte Stock, wo Georg R. seine Tat verübte, gelte als "Horrorstock". Normalerweise würden dort die Abiturarbeiten geschrieben, in diesem Jahr seien aber andere Räume gewählt worden.

Der geständige Georg R. war am 17. September vergangenen Jahres bewaffnet mit Molotow-Cocktails, Beil, Hammer und mehreren Messern in seine Schule eingedrungen. In zwei Klassenräumen zündete er die selbstgebauten Brandsätze, außerdem schlug er mit seinem Beil um sich.

Einem Mädchen fügte er durch Axthiebe lebensbedrohliche Kopfverletzungen zu. Insgesamt verletzte der Abiturient dreizehn Schüler und zwei Lehrer zum Teil schwer. Bevor Georg R. durch Schüsse eines Polizisten außer Gefecht gesetzt wurde, hatte er noch versucht, sich umzubringen. Wegen einer gravierenden Persönlichkeitsstörung gilt R. als vermindert schuldfähig.

27. April 2010 - 14.50 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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