Amnesty wirft dem Irak systematische Folter von Häftlingen vor
AFP VOM 8.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 985 Aufrufe Mehr zum Thema:Folter, Irak
Menschenrechtsorganisation kritisiert geheime Gefängnisse
Amnesty International hat den irakischen Behörden die systematische Folter von Gefangenen zur Erpressung von Geständnissen vorgeworfen. In dem am Dienstag veröffentlichten Bericht "Gebrochene Körper, gepeinigte Seelen" schätzt die Menschenrechtsorganisation, dass derzeit 30.000 Männer und Frauen im Irak inhaftiert sind, darunter viele in geheimen Gefängnissen des Innen- und Verteidigungsministeriums. Demnach sind seit 2004 Dutzende Häftlinge an den Folgen von Folter gestorben.
Wie Amnesty unter Berufung auf Zeugenberichte schreibt, sind inhaftierte Männer, Frauen und auch Kinder im Irak schlimmsten Misshandlungen ausgesetzt. Dazu zählen dem Bericht zufolge "Vergewaltigung, die Androhung von Vergewaltigung, Schläge mit Kabeln und Schläuchen, Stromschläge" und andere Foltermethoden. Zahlreiche irakische Gerichte verwendeten Geständnisse "trotz offensichtlicher Spuren von Folter", kritisiert Amnesty.
Die Organisation hält die Angaben im jährlichen Bericht des irakischen Ministeriums für Menschenrechte von 2009, wonach 509 Fälle von Folter durch irakische Sicherheitskräfte registriert wurden, für "weit entfernt von der Realität". Am Samstag hatte der irakische Ministerpräsident Nuri el Maliki die von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erhobenen Vorwürfe der Existenz von Geheimgefängnissen im Irak als "Lügen" bezeichnet.
08.02.2011 - 15:31 Uhr


