
Nach vier Jahrzehnten ist die Arbeit von amnesty international noch lange nicht getan. Am heutigen 30. Mai erschien der Jahresbericht 2001 pünklich zum 40jährigen Geburtstag der Organisation, in dem amnesty international Menschenrechtsverletzungen in noch über 149 Staaten der Welt dokumentiert. Hinrichtungen, Folter und Misshandlungen sind in weiten Teilen der Erde noch an der Tagesordnung: Tausende Menschen wurden im vergangenen Jahr von den staatlichen Behörden ihrer Länder hingerichtet, oft durch Prozesse, die nach amnesty international jeglicher Fairness entbehrten.
Der einmal im Jahr veröffentliche Bericht der Organisation hat das Ziel, an die Weltöffentlichkeit zu appellieren und die Menschen zum Handeln gegen Menschenrechtsverletzungen zu bewegen. Eine Bilanz, die amnesty international aus seiner 40jährigen Tätigkeit zieht, ist die Veränderung der Auslöser von Menschenrechtsverletzungen in diesem Zeitraum. Es sind nicht mehr nur vornehmlich die Staatsbediensteten und Regierungsangestellten, die die Gruppe der Täter bilden. Heutzutage sind Täter der Menschenrechtsverletzungen auch Familienmitglieder, Gemeindemitglieder und Arbeitgeber. Barbara Lochbihler von amnesty international führt diese Entwicklung auf die wachsende Armut zurück, die gleichzeitig die Verletzung der Menschenrechte ansteigen lasse.
Menschenrechtsverletzungen sind aber nicht nur ein Thema, dass lediglich abgeschiedene Länder mit viel Armut betrifft. Vielmehr deckt der Jahresbericht auch in Deutschland Menschenrechtsverletzungen auf. Diese umfassten nach amnesty international u.a. Misshandlungen durch die Polizei und den missbräuchlichen Einsatz von Zwangsmitteln. So wurde ein geistig behinderter Mann von der Polizei erschossen, und eine algerische Asylbewerberin beging im Transitbereich des Frankfurter Flughafens Selbstmord. Die Haftbedingungen im Frankfurter Flughafen für Asylbewerber wurden erst jüngst vom Europäischen Ausschuss gegen Folter kritisiert.
Amnesty international erhielt auch aus den USA Kenntnis über Polizeibrutalität, Schusswaffengebrauch und Misshandlungen in Gefängnissen. In dem Berichtszeitraum wurden 85 Gefangene hingerichtet, wodurch die Gesamtzahl der in den USA vom Staat getöteten Inhaftierten auf 683 stieg. Hierunter befanden sich auch Personen, die bei der Tat noch keine 18 Jahre alt waren.
Dies sind nur einige Beispiele von Verletzungen der Menschenrechte, die die Organisation anführt. Weltweit reihen sich zu den zwei genannten Ländern noch weitere 147 Staaten ein, in denen das Vorliegen von Menschenrechtsverletzungen bekannt geworden ist.
Amnesty international wurde 40 und gehört damit noch lange nicht zum alten Eisen. Vielmehr hat die Organisation noch einen langen und weiten Weg zu gehen.
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