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Als Fußgänger vom Auto umgefahren

8.1.2014 Thema abonnieren Zum Thema: Auto
 Von 
veddler
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Als Fußgänger vom Auto umgefahren

Hallo Zusammen,
am 01.01.2014 kam es leider zu einen Verkehrsunfall. Beim Überqueren der Straße wurde meine Lebensgefährtin, die ein Stück hinter mir ging von einen Auto erfasst. Sie wurde direkt ins Krankenhaus eingeliefert und lag 2 Tage auf der Intensivstation der Asklepios Klinik in Altona Hanburg.
Zum Zeitpunkt des Unfalls hatte ich die Fahrbahn schon vollständig überquert, meine Lebensgefährtin befand sich kurz hinter mir und hatte die Fahrbahn auch fast vollständig überquert. Das Auto war für mich und meiner Freundin in der Situation nicht erkennbar und nicht vorhersehbar. Wir haben es schlicht weg nicht gesehen.

Heute haben wir Post von der Polizei erhalten, ich werde als Zeuge befragt und soll den Vorgang schildern. Meine Freundin soll auch den Vorgang schildern, zudem wird ihr eine Ordnungswidrigtkeit vorgeworfen "Sie Überquerten als Fußgänger ohne Beachtung des Fahrze***erkehrs die Fahrbahn. Es kam zum Unfall".
Sie hat die Möglichkeit die Ordnungswidrigkeit zuzugeben oder abzulehnen, bei Ablehnung ist eine Begründung erforderlich. Auch muss sie beantworten, ob sie eine Strafantrag stellen möchte (Ja oder Nein) oder ob sie sich dies vorbehalten möchte.

Wie gehen wir hier am besten vor? Meine Laienhafte Einschätzung sagt mir, dass Sie die Ordnungswidrikeit nicht zugeben soll, da wir geschaut haben und kein Auto gehen haben. Wir sind definitiv nicht vorsätzlich ohne zu gucken über die Straße gegangen. Ich bitte um Unterstützung, damit wir hier richtig reagieren können.

Meine freundin hat enormes Glück gehabt und ist mit schweren Prellungen am ganzen Körper sowie Muskelprellungen davon gekommen. Ich konnte das auto nicht sehen, es muss jedoch schnell gefahren sein, da die frontscheibe vom Wagen komplett zerstört war (großes Loch), auch der Kühler war total verbogen.

Im Krankenhausbericht steht auch, dass die Schäden am Wagen auf eine hohe Geschwindigkeit hinweisen.

Da wir das Thema eigentlich nur schnell vom Tisch haben möchten, wollen wir keinen Strafantrag stellen. Aber was sollte man hier ankreutzen? Ja Nein oder doch Nein unter vorbehalt?

Die Ordnungswidrigkeit sehe ich aus meiner Sicht auch nicht ein? Wie gehen wir damit am besten um?

Gruß Markus


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Auto


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
tomcraft
Status:
Schüler
(293 Beiträge, 171x hilfreich)

Hinsichtlich der möglichen OWi braucht ihr euch m.M. nach keine Gedanken machen; selbst WENN der Tatbestand beweisbar sein SOLLTE dürfte das Verfahren in Anbetracht der erheblichen Eigenverletzungen nach § 47 OWiG eingestellt werden. Alles Andere wäre für mich undenkbar. Es geht dabei ohnehin nur um ein Verwarnungsgeld.

Hinsichtlich des Strafantrages kann man schlecht raten, das muss die Verletzte selbst entscheiden. Aber auch wenn kein Strafantrag gestellt wird, kann die Staatsanwaltschaft ein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung bejahen und die Tat auch verfolgen, wenn kein Strafantrag gestellt wurde. Somit hängt es nicht allein von dem Ankreuzen ab, ob man die Sache schnell vom Tisch hat oder nicht.

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#2
 Von 
little-beagle
Status:
Lehrling
(1491 Beiträge, 832x hilfreich)

Sicher kommt es insbesondere in der dunklen Jahreszeit auch auf die anderen Umstände an - aber so einfach würde ich die Strafanzeige nicht unter den Tisch fallen lassen.

Da hat ein Autofahrer u.U. mit stark überhöhter Geschwindigkeit das Leben Deiner Lebensgefährtin gefährdet, das ist ja keine Kleinigkeit.

Oder seit ihr im dunkeln über eine Autobahn gerannt?

Ich wundere mich als Autofahrer ja momentan auch öfters, wie wagemutig teilweise Eltern mit ihren Kindern dunkel gekleidet abends sorglos über die Straße gehen - aber wenn es dunkel gewesen wäre, müsstet ihr doch die Scheinwerfer wahrgenommen haben?

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