Alle Ruderer sind Gesinnungstäter

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Wer sich rückwärts vorwärts bewegt, ist sowieso verdächtig

Diese Woche also ein Nazi-Skandal beim Rudern. Eine blonde (!) deutsche Ruderin macht mit so einem Heini von der NPD rum. Große Aufregung, Rausschmiss, Schlagzeilen. Man brauche ein Demokratiebekenntnis von unseren Sportlern.

Liebe Schaumschläger... Eine Demokratie nur für Demokraten, das wäre nun mal keine wirkliche Demokratie. Die Demokratie ist auch vorgesehen für leute, die sie nicht sonderlich schätzen. Zudem ist es Gesinnungsstrafrecht und "Sippenhaft", jemanden zu verurteilen, weil der Beischlafpartner oder der Nachbar von nebenan... also ehrlich.

Immerhin, das können wir ja in Deutschland ganz gut, jemanden wegen seiner Gesinnung zu verfolgen. Oder wegen der Gesinnung seines Vaters. Oder seines Hundes. Oder Beischlafpartners. Oder von wem auch immer.

Außerdem könnt ihr dann auch gleich das ganze Ruderteam nach Hause schicken. Oder am besten, alle Ruderclubs in Deutschland dicht machen. Die bewegen sich freiwillig rückwärts und lassen sich dabei von einem "Steuermann" anschreien. Das allein ist doch schon verdächtig. Und schon mal einen Ruderclub gesehen, der nicht "Germania", "Allemannia" oder "Teutonia" heißt?

Erstmalig im Dritten Reich war Frauen-Rudern in Deutschland gerne gesehen und anerkannt. Vorher durften Frauen nur Stil-Rudern: Kein Schweiß, viel Grazie. Sportliches Rudern wurde als ungesund für Frauen angesehen. Das änderte sich dann in den Dreißiger Jahren, als die deutsche Frau "stark" sein sollte und somit auch schnell und kraftvoll rudern durfte.

Also: Wer rückwärts rudert, der ist per se verdächtig. Alles verkappte Nazis. Nur wer vorwärts paddelt, kann ein ordentlicher Demokrat und Verfechter des Rechtstaats sein.

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