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Algerische Armee soll 1996 französische Mönche ermordet haben

AFP VOM 6.7.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 2164 Aufrufe
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Islamisten hatten Ordensbrüder bei Algier entführt

Die Ermordung von sieben französischen Mönchen in Algerien, die lange einer Islamistengruppe zugeschrieben wurde, geht nach Aussage eines französischen Generals auf das Konto der algerischen Armee. Der ehemalige Militärattaché an der französischen Botschaft in Algier habe wenige Tage nach dem Blutbad vom tatsächlichem Geschehen erfahren, sagte der französische Hinterbliebenenanwalt Patrick Baudouin am Montag. Die algerische Luftwaffe bombardierte demnach im Mai 1996 ein Zeltlager der Fundamentalisten und stellte im Anschluss fest, dass sie nicht nur Mitglieder der Islamistengruppe, sondern auch die Mönche getroffen hatte. Die Tat wurde darauf laut Baudouin "im Namen der Staatsräson" vertuscht.

Dies war umso einfacher, als sich die algerische Fundamentalistenorganisation Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA), die die Trappisten-Mönche zwei Monate zuvor verschleppt hatte, nach zwei Tagen zu der Tat bekannte. Eine Woche später teilte die algerische Armee mit, sie habe die abgetrennten Köpfe der Mönche gefunden. Die Reste der Körper blieben aber verschwunden. Möglicherweise seien die toten Ordensbrüder geköpft worden, um die Spuren des Luftangriffs zu verwischen, vermuten Ermittler in Paris nun.

Nach dem französischen General François Buchwalter, der jüngst vor einem Pariser Anti-Terrorrichter aussagte, waren die Leichen tatsächlich "von Schüssen durchsiebt", wie Baudouin sagte. Der damalige Militärattachée habe die Wahrheit von einem algerischen Militärangehörigen erfahren, dessen Bruder mit einem Hubschraubergeschwader an dem Bombardement beteiligt gewesen sei. Buchwalter habe davon den Generalstab der Armee und den Botschafter informiert, aber seine Berichte seien ohne Widerhall geblieben. Die GIA führte in den 90er Jahren einen "heiligen Krieg" gegen Frankreich, weil es als ehemalige Kolonialmacht das Regime in Algier weiter unterstützte.

6. Juli 2009 - 13.23 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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