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Aktionäre wollen HRE auf 200 Millionen Euro verklagen

AFP VOM 29.7.2009 | Nachrichten - Allgemein | 1636 Aufrufe
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HRE, Bank

Forderungen betreffen Bund als neuen Besitzer

Die Schadenersatzforderungen gegen die inzwischen verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) erreichen eine neue Dimension. Aktionäre wollen in einem Prozess ab kommender Woche Forderungen in Höhe von etwa 200 Millionen Euro durchsetzen, wie ein Sprecher des Landgerichts München I bestätigte. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) räumte ein, dass bei einem Erfolg der Klagen der Bund als neuer HRE-Besitzer zahlen müsste.

Bei dem Kläger handelt es sich um einen Anwalt, der gesammelt eine Reihe von institutionellen Anlegern wie etwa Fonds und deren Forderungen vertritt. Nähere Angaben zum Inhalt der Klage wollte der Sprecher nicht machen. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" handelt es sich um einen Musterprozess. Die Kläger werfen dem früheren Vorstand des vom Bund vor der Pleite geretteten Immobilienfinanzierers demnach vor, Risiken verschwiegen zu haben.

Laut "SZ" vertritt der Jurist Christian Wefers aus Nordrhein-Westfalen die Anleger. Eine Aufstockung der Klage um mehrere hundert Millionen Euro sei absehbar, berichtet die Zeitung. Wefers tritt laut "SZ" bei Gericht als Kläger auf, vertreten werde er aber von dem Tübinger Anleger-Anwalt Andreas Tilp. Dieser führt bereits andere Musterverfahren, darunter auch einen Prozess in Frankfurt gegen die Deutsche Telekom. Dort klagen 17.000 Aktionäre auf Schadenersatz. "Der Fall HRE ist mindestens genauso bedeutsam", sagte Tilp der Zeitung.

Tilp und Wefers werfen der HRE vor, die Aktionäre systematisch über den wahren Zustand des Instituts getäuscht zu haben. Hätten die Anleger die prekäre Lage der HRE gekannt, hätten sie keine Aktien gekauft und keinen Schaden erlitten, sagte Tilp.

Steinbrück sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Klage "erfreut natürlich mich als Vertreter des Bundes nicht, weil diese Bank jetzt überwiegend dem Bund gehört und eines Tages vollständig". Die Klagen richteten sich an die Adresse des Bundes. "Diese Kläger, weil sie selber Steuerzahler sind, richten sich dann mit ihren Forderungen, wenn man so will, etwas paradox an sich selber."

29. Juli 2009 - 15.16 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2009


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